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E-Scooter: Die Erkenntnisse aus dem Bamberger Praxistest | BR24

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E-Scooter-Testfahrt in Bamberg

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E-Scooter: Die Erkenntnisse aus dem Bamberger Praxistest

Er ist möglicherweise ein Baustein der Mobilität der Zukunft: der E-Scooter. Der Bundesrat hat zugestimmt, dass er in Deutschland auf Straßen und Radwegen genutzt werden darf. Zuvor war er sechs Wochen in Bamberg getestet worden.

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Klein und elektrobetrieben - die E-Scooter sollen in Zukunft die Mobilität in der Stadt bereichern. Bisher waren sie auf öffentlichen Flächen verboten. Jetzt hat der Bundesrat zugestimmt, dass sie auf Radwegen und Straßen genutzt werden dürfen.

Erfolgreicher Praxistest

Bamberg hatte eine Sondergenehmigung für die E-Scooter - als einzige Stadt in Deutschland. Sechs Wochen lang durften die Roller hier ausprobiert werden. Für die Frage, ob die E-Scooter zugelassen werden, war der Testbetrieb entscheidend. Bei den Nutzern kamen sie jedenfalls gut an:

"Ich bin überrascht, dass es doch so schnell geht, wenn man aufs Gas geht. Man kann Fahrräder überholen, ohne Mühe, ohne Anstrengungen. So ist es doch herrlich." Selina Rupp, Testfahrerin

Erkenntnisse aus dem Testbetrieb

Ein Helm auf dem Kopf war während der Testphase in Bamberg Pflicht. Gehwege waren tabu, das hatte die Stadt so entschieden. Gefahren werden musste also auf dem Radweg. Wenn kein Radweg vorhanden war, mussten die Nutzer auf die Straße ausweichen.

Der Praxistest zeigte auch: Wer sich in den Stadtverkehr stürzen möchte, sollte sich vorab auf ruhigem Gelände mit dem E-Scooter vertraut machen. Denn die Handhabung ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Und der Roller wird schnell. Etwas Gas geben und er beschleunigt auf 20 Stundenkilometer. Dann kann vor allem das Abbiegen zum komplexen Manöver werden:

"Also ich finde das Abbiegen ziemlich schwierig. Man muss so viel gleichzeitig machen, man muss konzentriert weiterfahren, man muss den Straßenverkehr beachten. Gleichzeitig eine Hand vom Lenker los lassen, schauen aber eigentlich bremsen." Sophia Lamprecht, Testfahrerin in Bamberg

Beitrag für umweltfreundlichen Verkehr

Alle Testfahrten verliefen reibungslos. Es gab weder Unfälle noch sonstige Probleme. Und so ziehen die Verantwortlichen der Stadt ein positives Fazit:

"Das Nutzungsverhalten ist so, wie wir uns das gewünscht haben. Gerade die sogenannte letzte Meile wird mit diesem E-Scooter zurückgelegt. Wir wollen damit auch den motorisierten Individualverkehr zurückdrängen und ihn ersetzen durch umweltfreundliche Verkehrsmittel. Und das ist ein Beitrag." Andreas Starke, Oberbürgermeister von Bamberg

Einzig der Helmpflicht, die OB Starke aus den Erfahrungen der Testphase heraus empfohlen hatte, kam der Bundesrat nicht nach.

Bedenken wegen Sicherheit

Allerdings gibt es in Bamberg auch kritische Stimmen zu hören. In anderen Ländern, in denen die E-Scooter zugelassen waren, kam es zu Unfällen.

"Ich denke, dass die einfach den Verkehr mehr behindern und mehr Unmut schaffen und bei weitem nicht so verkehrsgünstig sind, wie gedacht."
"Die Leute hören dich nicht, du wirst einfach nicht wahrgenommen. Du weißt nicht, wo du fahren sollst: Fahrbahn passt nicht, Fahrradweg passt nicht, Fußweg passt genauso wenig." Straßenumfrage

Das Fazit: E-Scooter werden in Zukunft zum deutschen Straßenbild dazu gehören. Und Bamberg hat dazu einen kleinen Beitrag geleistet.

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Autoren
  • Simone Schuelein
  • Constanze Schulze
  • Sophia Ruhstorfer
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