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E-Auto fällt bei Nürnberger Polizei als Streifenwagen durch | BR24

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Seit 2015 testet die bayerische Polizei einen elektrischen BMW i3. Derzeit steht das E-Auto bei der Verkehrspolizei in Nürnberg. Doch durch die geringe Reichweite ist das Fahrzeug für den Streifendienst eher ungeeignet.

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E-Auto fällt bei Nürnberger Polizei als Streifenwagen durch

Elektroautos bei der Polizei - ob das funktioniert, testen bayerische Beamte seit 2015. In Nürnberg stellte man fest: Als regulärer Streifenwagen ist das dort getestete E-Auto ungeeignet. In einigen Einsatzbereichen ist es aber durchaus sinnvoll.

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Das Pilotprojekt mit dem Elektroauto startete in Bayern vor gut vier Jahren. Das Innenministerium stellte jedem Präsidium einen BMW i3 im Wert von je 37.000 Euro zur Verfügung. Seitdem gibt die Nürnberger Polizei das Auto von Dienststelle zu Dienststelle, um herauszufinden, wo der Einsatz am sinnvollsten ist. Derzeit nutzen Verkehrserzieher der Verkehrspolizei das E-Auto, zum Beispiel, wenn sie Schulen und Kindergärten besuchen, um dort zu unterrichten.

E-Auto ist gut für das Image der Nürnberger Polizei

Außerdem setzt die Nürnberger Polizei das E-Auto auch bevorzugt bei Klimademonstrationen wie Fridays for Future ein, wie Polizeisprecher Rainer Seebauer erzählt: "Wenn dann ein Fahrzeug vor der Demonstration herfährt, ist es immer schöner, wenn es ein Elektrofahrzeug ist, vor allem auch in der Fußgängerzone. Es ist leiser und auch umweltfreundlicher."

Akku, Stauraum, Reichweite: Als Streifenwagen ungeeignet

Als Streifenwagen fällt der i3 allerdings durch. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen sei auf der Rückbank zu wenig Platz, um Festgenommene oder andere Personen zu transportieren, sagt Seebauer. Und auch der Kofferraum weist nicht genügend Kapazität auf, um die gesamte Schutzausrüstung zu verstauen, die Streifenpolizisten im täglichen Einsatz benötigen. Dazu kommt die geringe Reichweite von etwa 160 Kilometern und die lange Akkuladezeit von sechs bis acht Stunden. Ein Einsatz rund um die Uhr ist damit schon einmal nicht möglich.

Nürnberger Umweltreferent teilt Elektroauto mit Kollegen

Bei der Stadt Nürnberg nutzt Umweltreferent Peter Pluschke (Bündnis 90/Die Grünen) ebenfalls einen BMW i3. Es ist bereits der zweite seiner Generation. Pluschke setzte sich bereits vor fünf Jahren für die Nutzung des E-Autos ein, das die Stadt seitdem im Dreijahresturnus least. Laut ihm hat der Wagen, den er sich mit Kollegen von der Stadt teilt, bei allen Beteiligten schnell an Beliebtheit gewonnen.

Pluschke tankt Ökostrom im Rathaus-Innenhof

Klare Vorteile sieht er bei der Umweltfreundlichkeit: "Wir emittieren keine Abgase, weder CO2 noch Schadgase. Weil die Stadt Nürnberg sich mit Ökostrom versorgt, tanken wir auch Ökostrom. Die Ladesäule, an der ich in aller Regel tanke, steht im Innenhof des Rathauses." Auch in Sachen Reichweite sieht Pluschke keine Probleme. Schließlich bewege er sich in erster Linie im Nürnberger Stadtgebiet beziehungsweise in der Metropolregion fort.

Auch Augsburger Polizei kritisch

Auch die Augsburger Polizei zieht ein gemischtes Fazit ihrer bisherigen Erfahrungen. Seit 2015 sei im Präsidium Schwaben/Nord ein BMW i3 im Einsatz, erklärt Sprecherin Maria Enslin auf BR-Anfrage. Das "uniformierte Fahrzeug" könne zwar nicht im Streifendienst eingesetzt werden, sei aber dennoch eine "gute Ergänzung".

Platzproblem im E-Auto

Angesichts der geringen Reichweite komme das Elektro-Auto nur für planbare Fahrten infrage, etwa bei Einsätzen zur Verkehrserziehung an Schulen oder für eine Zeugenbefragung. Nicht nur die zu geringe Reichweite spiele eine Rolle, sondern auch das spärliche Platzangebot: Einsatzmittel wie Pylone, Warnleuchten, Verbandmaterial und Schutzwesten, die im Streifendienst dabei sein müssen, würden in den i3 nicht hineinpassen. Aber jede Dienststelle in Augsburg und Umgebung könne sich das Elektro-Fahrzeug ausleihen, um es zu testen.

Ob nach diesen Erfahrungen weitere Elektrofahrzeuge angeschafft werden sollen, konnte die Sprecherin nicht sagen. Sie verweist auf das Bayerische Innenministerium, das in diesem Fall die Anschaffung der E-Fahrzeuge bei den Präsidien veranlasst hatte.

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