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Durchwachsene Zwischenbilanz für Wildwarnsystem | BR24

© Albrecht Rauh BR

Durchwachsene Zwischenbilanz für Wildwarnsystem

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    Durchwachsene Zwischenbilanz für Wildwarnsystem

    Seit Februar 2019 wird das Wildwarnsystem Animot an drei Standorten in Bayern getestet. Jetzt ziehen die Entwickler eine Zwischenbilanz für das Projekt, das ja nach Standort unterschiedlich ausfällt.

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    Das Wildwarnsystem Animot ist seit einem dreiviertel Jahr im Einsatz. Die Sensoren stehen auf der B15 zwischen Landshut und Erding, auf zwei Streckenabschnitten bei Wunsiedel, sowie auf zwei Strecken bei Schonungen im Landkreis Schweinfurt. Eine erste vorläufige Bilanz auf den Teststrecken lässt die Schwachstellen des Systems erkennen. Aber Sabine Dahl, die mit ihren Mitarbeitern Animot entwickelt hat, hat auch Erfreuliches zu berichten.

    "Das erste Resümee ist, dass es grundlegend ganz gut funktioniert. Wir haben natürlich noch Kinderkrankheiten, doch das ist normal auf einer Teststrecke." Sabine Dahl, Entwicklerin

    Der Trend auf der Teststrecke bei Landshut klingt optimistisch. Jäger Martin Schmid spricht von einer Reduzierung der Wildunfälle um 80 Prozent. "Die Jäger sind alle zufrieden", zieht Schmid eine erste Bilanz des Tests. Große Probleme bereitet dagegen die Strecke auf der B303 bei Schonungen. Durch den starken LKW-Verkehr, den dichten Bewuchs bis zur Straße sowie steilen Böschungen kam es während des Probebetriebs immer wieder zu Fehlauslösungen. Jäger Joachim Strumpf zieht eine nüchterne Bilanz nach neun Monaten Animot-Versuch: "Man kann sicher sagen, dass hier noch keine positiven Entwicklungen zu erkennen sind."

    Probleme mit der großen Hitze im Sommer

    Wie Sabine Dahl von Animot gegenüber dem BR einräumt, habe man auch während der Hitzeperioden im vergangenen Sommer große Probleme gehabt. Grund ist, dass die Wildwarnanlage herannahendes Wild durch Wärmeunterschiede registriert und dann Alarm auslöst. Bei hohen Temperaturen kann das System den Unterschied zwischen Umgebungstemperatur und Körpertemperatur nicht mehr registrieren.

    Die Testphase für Animot läuft noch bis Frühjahr 2022. Andere Wildwarnsysteme, die in der Vergangenheit getestet wurde, haben nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

    Alternativen zu Animot

    So sind derzeit noch an zahlreichen Abschnitten blaue Reflektoren an den Leitpfosten montiert. Diese sollen dafür sorgen, dass das Wild davon angehalten wird, die Straße zu überqueren. Doch viele Experten und Jäger sind sich einig, dass dieses System nicht funktioniert. Eine Reduzierung der Wildunfälle auf diesen Strecken war in der Vergangenheit nicht zu beobachten. Duftzäune, die entlang der Straßen installiert wurde, haben dagegen funktioniert. Großer Nachteil ist aber, dass diese Duftzaunstrecken, die mit übelriechenden Substanzen benetzt sind, zwei bis dreimal pro Jahr gewartet werden müssen. Das sei enorm kosten- und zeitintensiv.