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Bis zum 24. Juni dauert die Spargelsaison noch an. Bisher haben die Bauern und Ernte-Arbeiter mit durchwachsenem Wetter zu kämpfen. Die Qualität des Spargels leidet darunter jedoch nicht.

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Durchwachsene Saison: Kaltes Wetter bremst Frankens Spargel aus

Lecker ist er und gesund – der Spargel. Auf dem Teller gibt es ihn in etlichen Variationen. Klassisch mit Sauce Hollandaise, gebraten oder auch als Salat. Die Hälfte der Erntezeit ist bereits um, die Bauern sprechen von einer durchwachsenen Saison.

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Von
  • Nicole Schmitt

Seit heute Morgen um sechs sind die Saison-Arbeitskräfte auf dem Feld unterwegs. Mit der sogenannten Spargel-Spinne stechen die rumänischen Erntehelfer jeden Tag etwa anderthalb bis zwei Tonnen Stangengemüse aus dem sandigen Boden bei Oberasbach. Insgesamt 38 Hektar hat Spargelbauer Georg Peter zu bewirtschaften. Heute scheint auch endlich mal die Sonne, was selten ist in diesem Frühjahr. Die Saison habe ein wenig schleppend begonnen, erzählt der 28-Jährige. Vor allem zu Beginn im April habe man viel weniger Spargel geerntet als in den Vorjahren. "Mittlerweile muss man sagen, dass die Menge die wir ernten, reicht."

Kunden fragen Spargel nur zögerlich nach

Sie reicht vor allen Dingen auch deshalb, weil der Spargelverkauf des Familienbetriebs in den vergangenen zwei Wochen extrem eingebrochen ist. Momentan läuft das Geschäft im Hofladen eher schleppend. Das führt Juniorchef Georg Peter auf das kühle und ungemütliche Wetter zurück. "Der Spargel ist grundsätzlich ein Frühlingsgemüse. Man möchte ihn beim Grillen essen, wenn man sich mit Freunden trifft." Das sei aktuell eben auch wettertechnisch nicht möglich.

"Regnerisches Wetter ist für uns als Direktvermarkter eine Katastrophe." Georg Peter, Spargelbauer

Das verhältnismäßig kalte Frühjahr hat die Spargelernte ausgebremst. Das bestätigt auch Franziska Rintisch. Die Geschäftsführerin des Spargel-Erzeugerverbands Franken spricht von einer mittleren Saison: "Wenn die Wärme nicht kommt, dann kommt auch kein Spargel", sagt sie. Dass gar kein Spargel kommt, diese Erfahrung hat Georg Peter auf seinen Feldern rund um Oberasbach nicht gemacht. Aber das kühle Wetter drücke natürlich den Ertrag: "Der Spargel braucht Wärme, am besten so um die 20 Grad und Sonnenschein. Das wäre dem Spargel am liebsten. Dann kann er schön wachsen."

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Spargel geschützt unter Folie auf einem Feld in Oberasbach

Mehr als die Hälfte der bayerischen Spargelbetriebe ist in Franken

Etwa 22 Prozent der bayerischen Spargelanbaufläche liegt laut dem Bayerischen Bauernverband in Franken. Mehr als die Hälfte der bayerischen Spargelbetriebe haben hier ihren Sitz. Fast ein Viertel der Betriebe kennzeichnet ihren "Spargel aus Franken" mit der geschützten geografischen Angabe "g.g.A." nach den Richtlinien der Europäischen Union. Diese Richtlinien besagen unter anderem auch, dass der Spargel, der verkauft wird, nicht länger als 22 Zentimeter sein darf, erklärt Georg Peter. Nicht nur der Geschmack, sondern auch die Länge ist offenbar ein Qualitätsmerkmal.

Spargelbauer Peter: "Qualität ist wie jedes Jahr super."

Zumindest bei der Qualität müssen die Spargelbauern in Franken keine Abstriche machen. "Wir haben keinen violetten Spargel, keinen aufgeblühten Spargel. Wir kommen gut mit dem Stechen hinterher", sagt der 28-jährige Oberasbacher. Das liege natürlich auch an dem langsameren Wachstum der Freilandpflanze. Und auch der Geschmack sei derselbe wie in den Vorjahren.

Spargelpreis in Franken günstiger als in anderen bayerischen Regionen

Beim Preis hingegen scheiden sich in diesem Jahr die Geister. Regionale Unterschiede sind deutlich zu spüren. In Ober- und Niederbayern müssen die Verbraucher für ein Kilogramm Spargel in diesem Jahr deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Laut dem Bayerischen Bauernverband liegt der Kilopreis in Schrobenhausen für Klasse-1-Spargel zwischen 10,50 und 14 Euro, in Abensberg zwischen elf und knapp 16 Euro. In manchen Regionen kletterte der Preis sogar auf 17 bis 18 Euro. In Franken bekommt man das Freilandgemüse deutlich günstiger. Hier liegt der Spargelpreis pro Kilogramm für Klasse 1 aktuell zwischen neun und 13 Euro, heißt es beim Bayerischen Bauernverband weiter. Auf dem Spargelhof Peter beispielsweise kostet das Kilo knapp unter zwölf Euro. "Allerdings kann ich es auch verstehen, wenn Kollegen den Preis erhöhen", sagt Georg Peter. "Denn wenn ich jeder Stange auf dem Feld nachlaufen muss, weil einfach eine zu geringe Menge da ist, dann muss ich auch irgendwie meine Lohnkosten decken können. Deswegen kann es gut sein, dass der Preis an manchen Orten wieder etwas hoch geht, wenn das Wetter so schlecht bleibt."

Spargelsaison dauert bis zum 24. Juni

Wenngleich die fränkische Spargelsaison 2021 vielleicht nicht die beste aller Zeiten ist, ist der Direktvermarkter aus Oberasbach insgesamt zufrieden mit dem Ertrag. Schließlich geht die Saison auch noch ein paar Wochen, traditionell bis zum 24. Juni – dem Johannistag. Und bis dahin soll das Wetter ja auch besser werden.

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