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Hundewelpen auf dem Fußboden (Symbolbild)

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    Durchsuchungen wegen illegalen Welpenhandels im großen Stil

    Jung, krank, ungeimpft. Über 80 Welpen sollen Betrüger in den Kreisen Eichstätt und Pfaffenhofen a.d. Ilm illegal verkauft haben. Wohnungen von fünf Personen wurden durchsucht, die Falschangaben über Rasse und Herkunft der Hunde gemacht hatten.

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    Von
    • Daniela Olivares
    • Matthias Lauer

    Die Kriminalpolizei Ingolstadt hat Durchsuchungen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug im Hundehandel durchgeführt. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mit. Bereits im vergangenen Jahr waren vier Frauen und ein Mann aus den Landkreisen Pfaffenhofen und Eichstätt ins Visier der Ermittler geraten. Vor wenigen Tagen fand nun die Durchsuchung statt.

    Autos, Luxusuhren, Schmuck und Geld sichergestellt

    Die Polizei konnte zahlreiche Vermögensgegenstände sicherstellen. Insgesamt waren 20 Beamte an der Durchsuchung beteiligt. Sie sicherten fünf Fahrzeuge, vier hochpreisige Armbanduhren, mehrere Luxushandtaschen, Schmuck, einen vierstelligen Geldbetrag sowie weiteres Beweismaterial.

    19 Hundewelpen gefunden und untersucht

    Des Weiteren befanden sich 19 Hunde in den durchsuchten Objekten. Diese wurden von mehreren Polizeihundeführern sowie Vertretern des Veterinäramts auf ihren Gesundheitszustand untersucht. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird den Tatverdächtigen vorgeworfen, in mindestens 86 Fällen Hunde verkauft zu haben, die häufig zu jung, teilweise schwer krank und oft nicht reinrassig waren oder nicht - wie angegeben - aus inländischer Zucht stammten, sondern teils aus weit entfernten Drittländern eingeführt wurden.

    Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Verstößen gegen Arzneimittel- und Tierschutzgesetz

    Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen die Tatverdächtigen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs sowie von Verstößen nach dem Arzneimittel- und Tierschutzgesetz. Zudem werden von den Veterinärämtern Pfaffenhofen a. der Ilm und Eichstätt die Ermittlungen zu Verstößen gegen das Tierseuchengesetz weitergeführt.

    Kripo Ingolstadt ermittelt seit über einem Jahr

    Die Kripo Ingolstadt kam erstmals im Mai 2020 ins Spiel, da ein Hundewelpe kurz nach dem Kauf an einer schweren Erkrankung verstorben war und die Besitzer den Vorfall an ein Veterinäramt gemeldet hatten. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es zu weiteren ähnlichen Fällen gekommen war. Bereits im September 2020 hatte deshalb eine Durchsuchungsaktion unter Einbindung der Veterinärämter in mehreren Objekten in den Landkreisen Pfaffenhofen und Eichstätt stattgefunden. Dabei wurden neben Beweismaterial in Form von Unterlagen, Handys und Computern auch 16 Hundewelpen sichergestellt, die zur weiteren Versorgung an Tierschutzorganisationen abgegeben wurden.

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