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Dunkelrote Corona-Ampel: Acht Kommunen über Grenzwert 100 | BR24

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Corona-Ampel mit vier Stufen (Symbolbild)

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Dunkelrote Corona-Ampel: Acht Kommunen über Grenzwert 100

Die Corona-Zahlen im Freistaat steigen weiter: In acht Landkreisen oder Städten liegt die 7-Tage-Inzidenz über 100. Ministerpräsident Söder hat für diesen Fall eine neue, dunkelrote Warnstufe angekündigt. Sie hat weitreichende Folgen.

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Von
  • Frank Steininger

Die Corona-Lage in Bayern bleibt kritisch: Acht Landkreise oder kreisfreie Städte sind Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit.

Spitzenreiter bleibt der Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Grenzwert von 262,44 - gestern lag er dort noch bei 236,01. Dahinter folgt nun die Stadt Augsburg (132,85) vor der Stadt Weiden (131,02), der Landkreis Mühldorf am Inn (120,82) und der Landkreis Rottal-Inn (113,58).

Über der 100er-Schwelle liegen außerdem noch der Landkreis Schweinfurt (112,61) und die Stadt Schweinfurt (112,30), sowie der Landkreis Fürstenfeldbruck (102,59).

Schärfere Maßnahmen für Regionen über Grenzwert von 100

Angesichts der anhaltend hohen Zahlen hat die bayerische Staatsregierung für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 eine neue, dunkelrote Warnstufe auf der sogenannten Corona-Ampel eingeführt. Wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag in seiner Regierungserklärung zu Corona ankündigte, sollen Veranstaltungen dort auf maximal 50 Teilnehmer beschränkt werden. Außerdem soll die Sperrstunde auf 21.00 Uhr vorgezogen werden. Ausnahmen gibt es beispielsweise für Gottesdienste und Demonstrationen.

Ziel der neuen Warnstufe sei es, einen Lockdown wie im Frühjahr oder wie derzeit im Landkreis Berchtesgadener Land zu vermeiden, sagte Söder im Landtag. Es gehe darum, den Betrieb von Schulen, Kitas sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu erhalten. Im Landkreis Berchtesgaden sind Schulen, Gaststätten und Hotels derzeit geschlossen.

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Weil in Bayern die Zahl der Corona-Infizierten sprunghaft steigt, hat Ministerpräsident Söder eine weitere Stufe in der Corona-Ampel angekündigt. In acht bayerischen Corona-Hotspots gelten schon von diesem Donnerstag an zusätzliche Beschränkungen.

57 Kommunen auf Stufe "Gelb" und "Rot"

34 Landkreise oder kreisfreie Städte liegen derzeit noch unterhalb der neuen, dunkelroten Warnstufe aber oberhalb des Grenzwerts 50. An der Spitze liegt der Landkreis Regen (94,30), vor der Stadt Memmingen (92,97). Auch die zwei größten Städte in Bayern, München (75,26) und Nürnberg (57,10), reihen sich hier ein.

Weitere 23 Kommunen liegen nach den Zahlen des LGL über dem Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche aber noch unter dem Grenzwert 50 - fallen also unter die Warnstufe "Gelb" im Ampelsystem.

Mehr als 1.300 neue Infektionen

In Bayern sind den Behörden in den vergangenen 24 Stunden 1.304 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind 1.304 mehr als gestern. Sechs an Covid-19 erkrankte Personen sind gestorben.

Der 7-Tages-Inzidenzwert für das gesamte Bundesland ist rechnerisch auf 56,36 angestiegen. Am stärksten betroffen ist weiterhin der Regierungsbezirk Oberbayern mit einem Grenzwert von 69,48 vor Schwaben (65,12) und Niederbayern (58,27). Am niedrigsten ist die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Oberfranken mit 27,69.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im Freistaat 82.270 Menschen infiziert.

💡 Warum gibt es Abweichungen in den Inzidenzzahlen?

Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohner im Verlauf der vergangenen sieben Tage festgestellt wurden.

Die bayerischen Gesundheitsämter melden ihre aktuellen Zahlen täglich an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Das LGL wiederum meldet an das Robert Koch-Institut (RKI).

Durch den Meldeprozess kommt es zu kleinen Verzögerungen und zeitweise unterschiedlichen Zahlenangaben. So ist es möglich, dass eine Institution noch eine ältere Inzidenzzahl online ausweist, während an anderer Stelle bereits neuere Zahlen bekannt gegeben werden.

Ob strengere Beschränkungen in Kraft treten, richtet sich laut bayerischem Gesundheitsministerium immer nach dem höheren Wert. (Erklärt von Heike Westram, BR Wissen)

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