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Dürrnbachhorn: Ehepaar mit Hund muss Nacht am Berg verbringen | BR24

© Bergwacht Ruhpolding

Blick aus dem Polizeihubschrauber

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    Dürrnbachhorn: Ehepaar mit Hund muss Nacht am Berg verbringen

    Nach einer Nacht in steilem Gelände am Dürrnbachhorn in den Chiemgauer Alpen hat die Bergwacht Ruhpolding ein Ehepaar samt Hund gerettet. Das Paar war leicht unterkühlt, sonst aber unverletzt.

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    Die beiden Bergsteiger aus dem Berchtesgadener Land hatten sich nach Mitteilung der Bergwacht Ruhpolding beim Abstieg am Sonntagabend auf der Nordseite des Berges verstiegen und saßen im absturzgefährlichen Schrofengelände fest.

    Handy-Akku leer

    Ihr Notruf ging noch in der Einsatzzentrale ein und die Einsatzleitung konnte kurz mit den beiden sprechen, dann aber schaltete sich das Handy ab – der Akku war leer.

    Dunkelheit verhindert zunächst Rettung

    Von einem Polizeihubschrauber aus wurden die Bergsteiger zwar geortet, Rettungskräfte konnten die beiden aber wegen der Dunkelheit und dem dichten Latschenbewuchs in diesem Gebiet nicht erreichen. Auch eine Rettung per Seilwinde mit einem nachtflugtauglichen Hubschrauber der Polizei scheiterte wegen des starken Windes.

    Rettung mit Hubschrauber

    Da sich die Rettungskräfte per Zuruf davon überzeugen konnten, dass die Frau und der Mann in gutem Zustand waren, wurde die Rettung auf den Morgen verschoben. Ein Polizeihubschrauber konnte das Ehepaar dann samt Hund per Rettungswinde aufnehmen und ins Tal fliegen. Bei der Untersuchung durch den Bergwacht-Notarzt wurde klar: Die beiden haben die Nacht gut überstanden. Abgesehen von einer leichten Unterkühlung waren sie unversehrt. Im Einsatz waren rund 30 Bergretter sowie Polizei und Rettungsdienst.

    Wer zahlt die Rechnung?

    Wenn die Bergwacht Menschen aus Not rettet, stellt sich immer wieder die Frage, wer für solche oft aufwendige Einsätze zahlen muss. Laut Bergwacht Bayern gibt es dazu ganz klare Regeln.

    Notfall oder Sondereinsatz?

    Unterschieden wird zwischen Notfalleinsätzen und Sondereinsätzen. Notfalleinsätze betreffen die Rettung von erkrankten oder verletzten Bergsportlern, die ärztlich behandelt werden müssen. In diesem Fall werden die Kosten durch die Krankenkassen mit definierten Pauschalen erstattet. Von seiten der Bergwacht fallen keine weiteren Kosten an.

    Ist der Gerettete versichert?

    Zu Sondereinsätzen mit verschieden Stufen je nach Aufwand zählen beispielsweise eine Vermisstensuche, die Rettung von unverletzten Menschen oder von Tieren. In diesem Fall zahlen die Krankenkassen nicht, der Einsatz wird der geretteten Person mit einer Pauschale in Rechnung gestellt. Hat der Gerettete eine entsprechende Versicherung, übernimmt diese in der Regel die Kosten. Falls nicht, muss die Pauschale vom Geretteten selbst bezahlt werden.

    Pauschalen liegen deutlich unter den tatsächlichen Kosten

    Die vereinbarten Pauschalen liegen laut Bergwacht deutlich unter den tatsächlich anfallenden Kosten für den Unterhalt ihrer Rettungswachen, für die Einsatzfahrzeuge, die Ausrüstung und Versicherung der Retter sowie deren Aus- und Fortbildung. Für die Bergwacht Bayern bleibt auch nach Abrechnung mit den Krankenkassen und trotz einer finanziellen Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung immer noch ein Defizit von mehr als 2,4 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Defizit wird durch Spenden oder sonstige Unterstützerleistungen selbst finanziert, so die Bergwacht Bayern. Die Einsatzkräfte der Bergwacht leisten ihren Einsatz ehrenamtlich