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Am Samstag zog es viele Ausflügler aufs Eis des Kissinger Weitmannsees. Zwei Personen sind in das Eis eingebrochen.

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    Eisunfälle in Schwaben – DLRG sieht Helfer unnötig in Gefahr

    Auf dem Weitmannsee bei Kissing ist am Wochenende ein Ehepaar auf dem Eis eingebrochen. Am Kuhsee musste eine Familie gerettet werden. Die DLRG betont, man habe eindringlich gewarnt und beklagt, wer jetzt aufs Eis gehe, bringe auch Helfer in Gefahr.

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    Von
    • Werner Bader
    • Christine Kellermann
    • Kilian Geiser

    Am Naherholungsgebiet Weitmannsee bei Kissing sind am Samstag zwei Personen auf dem Eis eingebrochen. Auf der Eisfläche des Sees im Landkreis Aichach-Friedberg tummelten sich bei sonnigem Wetter an diesem Nachmittag Dutzende Eisläufer und Spaziergänger. Das Ehepaar wollte den See zu Fuß überqueren. Nach 200 bis 300 Metern brach das Paar unvermittelt in das Eis ein.

    Eisläufer retten die erste Person mit Rettungsleiter

    Gegen 14.18 Uhr erreichte die Polizei die Mitteilung der Rettungsleitstelle, um 14.30 Uhr waren sämtliche Einsatzkräfte, darunter die Kissinger Feuerwehr sowie die Wasserwacht, an der Unglücksstelle. Als sie eintrafen, befand sich der 50 Jahre alte Mann bereits am sicheren Ufer. Schlittschuhläufer konnten ihn mit Hilfe einer Rettungsleiter bergen. Die Frau musste von der Feuerwehr mit einer Wasserrettungstrage aus dem eiskalten Wasser geholt werden. Beide Personen erlitten Unterkühlungen und wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

    Unterirdische Quelle mögliche Ursache

    Als mögliche Ursache wurde nach Polizeiinformationen eine unterirdische Quelle ausgemacht, dadurch sei das eis an dieser Stelle nicht besonders tragfähig. Noch am Abend stellte der Bauhof am Ufer des Sees Schilder mit dem Hinweis "Betreten der Eisfläche verboten" auf. Die Polizei appelliert an die Besucher des Weitmannsees vom Betreten der die Eisfläche abzusehen.

    Erneuter Eisunfall am Sonntag - Familie bricht am Kuhsee ein

    Am Sonntag kam es dann am Kuhsee in Augsburg zu einem weiteren Eisunfall. Wie die Wasserwacht mitteilt, brach dort gegen Mittag eine vierköpfige Familie in der Mitte des Sees in das Eis ein. Auch hier konnten die zwei Erwachsenen und die zwei Kinder durch das beherzte Einschreiten von Passanten gerettet werden. Mit Hilfe von von zwei vor Ort befindlichen Eisrettungsleitern wurden sie geborgen.

    Warnung: Eis ist nicht überall dick genug

    Wasserwacht und DLRG warnen bereits seit Tagen, dass das Eis nicht überall dick genug ist, um die Eisflächen der Seen zu betreten. Erst ab 15 Zentimeter Eisdicke ist ein See wirklich sicher, bei fließenden Gewässern sind es sogar 20 Zentimeter.

    Menschen auch nach Unfall am Weitmannsee noch auf dem Eis

    Am Weitmannsee waren zum Zeitpunkt des Unfalls noch keine Verbotsschilder aufgestellt. Armin Voß, vom DLRG-Kreisverband Augsburg/Aichach-Friedberg sieht darin allerdings keinen Grund für Vorwürfe an die Gemeinde. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk betont er, Wasserwacht und DLRG hätten über alle Medien davor gewarnt, aufs Eis zu gehen. Selbst während des laufenden Einsatzes seien Menschen weiter auf dem Weitmannsee geblieben.

    DLRG warnt weiter vor zu dünnem Eis

    Voß befürchtet, auch die nach dem Unfall aufgestellten Verbotsschilder könnten von vielen ignoriert werden. In der Sendung Mittags in Schwaben mahnte er eindringlich, das Eis sei in der Region zu dünn. Wer es trotzdem betrete, gefährde nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen, die Eingebrochenen dann zu Hilfe kämen.

    Helfer der DLRG können nicht eingreifen

    Voß betonte, dass die von DLRG und Wasserwacht gestellten Aufsichtsmannschaften Unfälle nicht mit besonderen Befugnissen verhindern können. Gegen Menschen, die der Warnungen zum Trotz aufs Eis gehen, haben die Helfer keinerlei Handhabe.

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