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Drohungen gegen Bürgermeisterin - wohl wegen Windrädern | BR24

© BR/Martin Gruber

Ein verdächtiges Pulver und verweste Mäuse: Gudrun Donaubauer, die Bürgermeisterin von Hauzenberg, hat in den vergangenen Tagen Drohpost bekommen. Offenbar besteht ein Zusammenhang mit den geplanten Windrädern in der niederbayerischen Gemeinde.

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Drohungen gegen Bürgermeisterin - wohl wegen Windrädern

Ein verdächtiges Pulver und verweste Mäuse: Gudrun Donaubauer, die Bürgermeisterin von Hauzenberg, hat in den vergangenen Tagen Drohpost bekommen. Offenbar besteht ein Zusammenhang mit den geplanten Windrädern in der niederbayerischen Gemeinde.

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Die Bürgermeisterin von Hauzenberg (Landkreis Passau), Gudrun Donaubauer, sieht sich massiven Drohungen ausgesetzt. Unbekannte haben der parteilosen Politikerin in den letzten Wochen Post mit ekelerregendem Inhalt beziehungsweise mit einer bisher unbekannten Substanz geschickt.

Die Drohungen haben wahrscheinlich mit in Hauzenberg geplanten Windrädern zu tun. Die Kripo Passau ermittelt. Involviert ist mittlerweile auch das Landeskriminalamt.

Verdächtiges Pulver und verweste Mäuse

Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer bestätigte dem BR, sie habe zwei Postsendungen erhalten, in denen sich jeweils eine verweste Maus befand, dazu Zeitungsartikel über die geplanten Windräder im Ortsteil Ruhmannsberg. Zudem ging eine dritte Sendung mit einem unbekannten rötlichen Substrat ein. Auch ihr Vater habe einen handschriftlich verfassten Brief mit massiven Drohungen geschickt bekommen.

Die Polizei bestätigte dem BR die Fälle. Es werde nach den unbekannten Absendern gesucht und unter anderem wegen Verdachts auf Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung ermittelt.

Spezialisten des Landeskriminalamtes untersuchten derzeit den roten, pulverartigen Stoff. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

© Polizeipräsidium Niederbayern

Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer hat Post erhalten - mit verwesten Mäusen und einem Zeitungsartikel über die geplanten Windräder.

Windräder als Grund für die Briefe?

Hauzenbergs Bürgermeisterin sieht einen klaren Zusammenhang zu den seit Monaten heftig diskutierten Windrädern in Ruhmannsberg: "Bei allem Verständnis für verschiedene Meinungen: Man sollte in solchen Diskussionen schon sachlich bleiben", sagt Gudrun Donaubauer. Gerade im Lager der Windkraftgegner seien einzelne Vertreter "verbal äußerst aggressiv" aufgetreten. "Die sollen mal drüber nachdenken, wo so etwas hinführt."

Obwohl sie keine überängstliche Person sei, erzeugten die Postsendungen bei ihr ein "komisches Gefühl", sagt Donaubauer. Sie reagiere in einigen Situationen deutlich vorsichtiger. "Als erstes will ich natürlich wissen, ob das Substrat, das zu mir ins Rathaus geschickt wurde, tatsächlich gefährlich war."

Kein Einzelfall

Die Drohungen gegen die Hauzenberger Bürgermeisterin sind kein Einzelfall. Nach BR-Informationen ist zum Beispiel der Bürgermeister einer anderen Gemeinde im Bayerischen Wald vor Kurzem in den sozialen Medien massiv angegangen worden.

Laut einer Umfrage für das ARD-Politmagazin "Report" gibt es in rund 40 Prozent aller Rathäuser in Deutschland Erfahrungen mit Stalking, Beschimpfungen oder Drohungen.