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Hochwasser und Schnee in Bayern
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Hochwasser und Schnee in Bayern

Am Wochenende sollen die Temperaturen auch im Alpenraum tagsüber deutlich über null Grad steigen. Zugleich türmen sich vielerorts die Schneemassen. Dennoch sieht das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) derzeit "keine besonders gefährdeten Bereiche“ für Hochwasser im Alpenraum.

Schnee schmilzt nicht überall gleichzeitig

Zwei Faktoren seien entscheidend: zum einen die Art und Weise, wie der Schnee in den Alpen abschmilzt, zum anderen die Beschaffenheit der Flussbetten.

Laut Experten des LfU beginnt der Schmelzprozess in den unteren Tallagen und an den Südseiten der Hänge. Bevor auch die Schneemelze in den Hochlagen einsetzt, sei dieses Wasser aber schon abgelaufen.

Im Gebirge kann sich der Schnee länger halten

Dazu kommt, dass der Schnee nicht so stark abschmilzt, wie es die Temperaturen vielleicht vermuten lassen. Denn für die Schneeschmelze sei die Wärme über Luft, Boden und Strahlung verantwortlich. "Im Winter ist dieser Wärmeeintrag auch bei Warmlufteinbrüchen begrenzt und damit auch die Intensität der Schneeschmelze", so eine Sprecherin des LfU. "Aus der Schneeschmelze allein entstehen deshalb im alpinen Raum keine extremen Hochwasser."

Alpenflüsse können mehr Wasser aufnehmen

Der zweite wichtige Punkt ist das Flussnetz. "Im Alpenraum, wo viel Wasser abfließt, ist das Flussbett tiefer sowie breiter und kann mehr Wasser aufnehmen", erläutert die Sprecherin. Zur Verdeutlichung: Dieselbe Menge Regen würde schon im Norden Bayerns zu weit höheren Ausuferungen und Überschwemmungen führen als im Alpenraum.

Größere Gefahr ist ergiebiger Regen im Frühsommer

Kritisch wird es nach Ansicht des LfU nur, wenn es im Frühsommer ergiebig regnet. Dann würde auch der restliche Schnee schmelzen und das würde die Wassermassen erheblich ansteigen lassen. So geschehen beim Pfingsthochwasser 1999 mit Größenordnungen von mehr als 200 Litern pro Quadratmeter in 36 Stunden. Dem war der "Lawinenwinter 1999" - unter anderem mit der tödlichen Katastrophe von Galtür in Österreich - vorausgegangen. Solche Ereignisse seien aber nur kurzfristig vorhersagbar.

Extreme Regenfälle sind die Ursache für Hochwasser

Neben dem Pfingsthochwasser 1999 sind auch andere, sogenannte Jahrhundert-Hochwasser in Erinnerung geblieben: im August 2002 im Osten Bayerns, im August 2005 an Iller, Lech und Inn oberhalb der Salzachmündung sowie im Juni 2013 vor allem an der Isar und der Donau, der Salzach und dem Inn. Doch: "In allen Fällen waren extreme Regenfälle die Ursache für die Hochwasser", so die LfU-Sprecherin. Nicht die Schneeschmelze.