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Drohnenabwehr über Gefängnissen - Schulungen in Straubing | BR24

© BR/Sarah Beham

Bayern will in seinen Justizvollzugsanstalten den Einsatz mobiler Drohnenabwehrsysteme testen. In der JVA Straubing beginnen derzeit Schulungen für das mobile Drohnenabwehrsystem "Dropster".

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Drohnenabwehr über Gefängnissen - Schulungen in Straubing

Bayern will in seinen Justizvollzugsanstalten den Einsatz mobiler Drohnenabwehrsysteme testen. In der JVA Straubing beginnen derzeit Schulungen für das mobile Drohnenabwehrsystem "Dropster".

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Drohnen stellen für Justizvollzugsanstalten (JVA) eine Gefahr dar: Sie könnten zum Beispiel Drogen oder Waffen in Gefängnisse fliegen. Bayern will deshalb den Einsatz mobiler Drohnenabwehrsysteme testen. In der JVA Straubing werden Beamte bereits dahingehend geschult.

Geschultes Personal soll Drohnen "runter holen"

Das mobile Drohnenabwehrsystem "Dropster" soll in Bayern zum Einsatz kommen - auch im Hochsicherheitsgefängnis in Straubing. Das bestätigte Marcus Hegele, der stellvertretende Leiter der JVA Straubing dem BR. "Wenn wir wieder Fälle habe, also wenn Drohnen einfliegen, dann schauen wir, dass wir sie mit Dropster runterholen", so Hegele. Dafür brauche es aber zunächst ein geschultes Personal.

Regelmäßige "Drohnen-Besuche" über der JVA

Im kommenden Jahr sollten die Mitarbeiter der JVA Straubing mit Dropster arbeiten können. Hegele setzt sich für eine gute Drohnenabwehr rund um die JVA ein, da immer wieder Drohnen in den Luftraum der JVA eindringen. "Wir hatten letztes Jahr eine zeitlang regelmäßige Einflüge, konnten aber in keinem einzigen Fall einen Drohnenpiloten finden."

Gründe: Schmuggel oder Neugier

Dringe eine Drohne in den Luftraum der JVA ein, werde sofort die Polizei verständigt, da das Einfliegen eine Ordnungswidrigkeit darstellt, so Hegele. Mögliche Gründe für das Überfliegen mit Drohnen über dem Luftraum der JVA sind nach seiner Erfahrung das Einfliegen von Drogen, die Aufnahme von Fotos von Gefangenen oder Neugier. In der JVA Straubing seien bislang noch keine Drogen eingeflogen worden, betont Hegele. Auch die Fenster mit feinmaschigen Gittern würden das Überbringen von Drogenpäckchen bisher verhindern. Dennoch wolle man sich gegen die neue Gefahr auch in Straubing wappnen.

Dropster schießt Netz auf Drohne

Das mobile Abwehrsystem Dropster, das in Straubing getestet wird, ist eine Art Schusswaffe. Mit hoher Geschwindigkeit wird ein Netz auf die Drohne geschossen. Das Netz wickelt sich um die Drohne und bringt sie zum Absturz.

Pilotprojekt in München vorgestellt

"Im bayerischen Justizvollzug haben wir die Drohnenabwehr schon länger im Blick", sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU), der das Pilotprojekt in München vorstellte. "Auch wenn es bisher keinen verifizierten Fall gibt, in dem unerlaubte Gegenstände mit einer Drohne eingeschmuggelt wurden, wappnen wir unsere Anstalten gegen die neue Gefährdung."

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