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Bildrechte: Georesearch mbH

Drohne überwacht Gletscher auf der Zugspitze

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Drohne überwacht Permafrost-Rückgang auf der Zugspitze

Schmilzt das ewige Eis auf der Zugspitze, wird der Fels instabil und die Gefahr vor Felsrutschen und Murenabgängen steigt. Die Forscher der Umweltstation Schneefernerhaus wollen deshalb den Permafrost mit einer Drohne aus der Luft beobachten.

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Von
  • Martin Breitkopf

Seit fast 15 Jahren werden auf dem Schneefernerhaus auf der Zugspitze die Veränderungen des Perma-Frosts überwacht. Jetzt gehen Forscher aber nicht nur tief in den Kammstollen ein, sondern auch in die Luft. Eine Hightech-Drohne soll in einem neuen Forschungsprojekt wichtige Daten für die Klimaforschung liefern.

Schmilzt der Permafrost, steigt die Felsrutsch-Gefahr

Die Drohne ist gut einen Meter groß, unten baumelt eine Wärmebildkamera, drüber sind mehrere münzengroße Sensoren montiert. Neben Partikeln in der Luft soll vor allem die Oberflächentemperatur detektiert werden. Diese Daten sind nicht nur wichtig für die Klimawandelforschung, sondern sie geben Aufschluss, wie stabil der Fels ist. Denn der Permafrost im Gestein hält ähnlich wie ein Klebstoff den Fels zusammen. Taut er – zum Beispiel aufgrund steigender Temperaturen – kann der Fels an Stabilität verlieren. Folgen können Hangrutsche, Felsstürze oder Murenabgänge sein. Um hier rechtzeitig gefährdete Gebiete für Wanderer zu sperren oder im Extremfall auch Häuser oder Ortschaften zu evakuieren, werden alpenweit entsprechende Daten permanent aufgezeichnet. Zum ersten Mal passiert das jetzt aus der Luft.

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Ein Thermalbild, das die Drohne augenommen hat um die Oberflächentemperaturdaten sichtbar zu machen.

Schneeferner Gletscher verschwindet in den nächsten Jahren

Die speziell ausgestattete Drohne kann aus bisher unzugänglichen Bereichen relativ einfach Informationen liefern. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz finanziert. Nach neusten Erkenntnissen könnte der Schneeferner Gletscher schon in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren verschwunden sein. Die Sorge vor instabilen Berghängen nimmt deshalb zu und die Arbeit der Forscher am Schneefernerhaus spielt eine immer wichtigere Rolle.

Eisverlust beschleunigt sich in jedem Jahrzehnt

Die Eisschmelze in den Alpen verläuft immer rasanter, wie die Glaziologen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften um Dr. Chrisoph Mayer festgestellt haben. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erhöhe sich der spezifische Eisverlust des Beobachtungszeitraums, besonders extrem aber im vergangenen Jahrzehnt. Insbesondere in den Bergregionen hat das zu einem weit stärkeren Temperaturanstieg geführt. Mit ungefähr zwei Grad Celsius in den vergangenen 120 Jahren fällt er doppelt so stark aus wie im übrigen Bayern.

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