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Dem Klinikum Augsburg droht kommende Woche ein Streik des Pflegepersonals.
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Autoren

Anna Klein
Barbara Leinfelder
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Dem Klinikum Augsburg droht kommende Woche ein Streik des Pflegepersonals.

Rund 2.000 Pflegekräfte arbeiten am Klinikum Augsburg. Sie stimmen derzeit darüber ab, ob ab Ende kommender Woche gestreikt wird – und zwar unbefristet. Gewerkschaft und Arbeitnehmer kritisieren die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte in Schwabens größtem Krankenhaus – und werden dabei sogar von den Ärzten mit einem offenen Brief unterstützt.

Unbefristeter Streik: Mitarbeiter stimmen ab

Zu der Urabstimmung sind alle Mitarbeiter aufgerufen. Sie sollen noch bis Sonntagnachmittag darüber entscheiden, ob ab Anfang November gestreikt wird. Bislang haben sich laut einem ver.di-Sprecher sehr viele Pflegekräfte an der Abstimmung beteiligt. Die Forderungen sind klar: Eine Mindestpersonalbesetzung für die Stationen des Krankenhauses, einen Belastungsausgleich in Form von Freizeit und eine Verbesserung der Qualität in der Ausbildung.

Ärzte auf der Seite des Pflegepersonals

Rückendeckung bekommen die Pflegekräfte dabei von den Medizinern des Klinikums. Die Ärzte haben einen Solidaritätsbrief an die Klinikleitung geschrieben, der dem BR vorliegt - und reden darin Klartext: „Der Personalmangel im Klinikum Augsburg stellt sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Beschäftigten eine Gefährdung dar“, heißt es dort.

Mediziner fürchten: Streik trifft vor allem Patienten

Weil das nicht länger vertretbar sei, fordern die Ärzte die Klinikleitung ausdrücklich dazu auf, die Auseinandersetzung um mehr Pflegepersonal nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten auszutragen – sprich: mit einem unbefristeten Streik.

Krankenhausbetrieb mit Sparbesetzung

Denn ein Streik hätte für die Patienten des Klinikums gravierende Folgen: Planbare Operationen könnten etwa verschoben werden, der Krankenhausbetrieb auf den Stationen würde mit Spar-Besetzung laufen. Deshalb fordern die Ärzte in ihrem Brief, dass das Klinikum die von ver.di vorgelegte Notdienstvereinbarung unterschreiben soll.

Streik droht ab Ende nächster Woche

Sollten sich Gewerkschaft und Klinikseite bis zum Sonntag nicht einigen und die Urabstimmung Pro Streik ausfallen, dann könnte, gemäß der vorgeschriebenen Ankündigungsfrist, das Klinikum bereits ab Ende nächster Woche in weiten Teilen von Streikmaßnahmen betroffen sein – und das nur zwei Monate, bevor das Haus offiziell zur Universitätsklinik wird.