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Drohender Hausärztemangel im Landkreis Tirschenreuth | BR24

© dpa

Hausbesuch: Landarzt auf dem Weg zu einem Patienten

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    Drohender Hausärztemangel im Landkreis Tirschenreuth

    Die hausärztliche Versorgung im Landkreis Tirschenreuth ist in Zukunft weiterhin nicht gesichert. Das geht aus den offiziellen Aufstellungen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns hervor. Behörden hoffen auf Bewerber über die "Landarztquote".

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    Der Landkreis Tirschenreuth ist besonders von einem drohenden Mangel an Hausärzten betroffen. Laut einer offiziellen Aufstellung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ist Tirschenreuth der einzige Landkreis der Oberpfalz mit einer drohenden Unterversorgung an Hausärzten.

    Fast die Hälfte der ansässigen Hausärzte geht demnächst in Rente

    Konkret bedeutet das: Im Moment sind etwa 80 Prozent der 18,25 Kassensitze besetzt – etwa 3,5 Sitze sind momentan ohne Arzt oder Ärztin. Das erklärte Axel Heise, stellvertretender Pressesprecher der KVB, auf BR-Anfrage. Von einer drohenden Unterversorgung spricht die KVB, wenn 25 Prozent der Kassensitze nicht besetzt werden können. Zehn der Hausärztinnen und -ärzte, die im Landkreis Tirschenreuth praktizieren, sind laut Heise über 60 Jahre alt und werden demnach in den nächsten Jahren wohl in Rente gehen – das sind 45 Prozent aller Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis. Das schlimmstmögliche Szenario: Würden sich in den kommenden Jahren überhaupt keine neuen Mediziner im Landkreis ansiedeln, wären zusammen mit den bereits jetzt offenen Stellen in einigen Jahren fast 75 Prozent der Hausarztpraxen unbesetzt.

    Hoffen auf Bewerber über die sogenannte "Landarztquote"

    Das Landratsamt Tirschenreuth ist sich des Problems deutlich bewusst. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Landratsamtes, Landrat Roland Grillmeier (CSU) stehe deshalb in regem Austausch mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie hat vor etwa einem halben Jahr die sogenannte Landarztquote in Bayern auf den Weg gebracht: Die Möglichkeit, dass junge Menschen auch ohne Einser-Abitur zum Medizinstudium zugelassen werden, sofern sie sich verpflichten, nach ihrem Abschluss für mindestens zehn Jahre in einer Hausarztpraxis auf dem Land zu arbeiten.

    Gibt es Studienplatzbewerber aus der Region?

    Die ersten 114 erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber auf dieses Programm wurden vor Kurzem ausgewählt und werden seit 15. Juni über ihre Zulassung benachrichtigt. Walter Brucker vom Landratsamt Tirschenreuth erklärte, dass man dabei sei, herauszufinden, ob von diesen zukünftigen Landärztinnen und Landärzten einer oder mehrere aus dem Landkreis Tirschenreuth stammten. Dann könne man sich berechtigte Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation machen, so Brucker. Sollte keiner der Teilnehmer aus dem Programm der neuen Landarztquote aus dem Landkreis kommen, müsse man jedoch über weitere Schritte nachdenken, so Brucker. Die drohende Unterversorgung an Hausärztinnen und Hausärzten besteht im Landkreis Tirschenreuth seit 2017.

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