Erwin Müller, Benjamin Rix und Josef Maier stehen vor einem Plakat "Verhindert die Schulschließung"

Erwin Müller mit den Vertretern der Bürgerinitiative Benjamin Rix und Josef Maier

Bildrechte: Bürgerinitiative "Rettet die Grundschule Oberfahlheim"
    >

    Drogeriekönig will Schule retten - Bürger sollen entscheiden

    Drogeriekönig will Schule retten - Bürger sollen entscheiden

    Die Grundschule Oberfahlheim soll geschlossen werden - das hatte der Nersinger Gemeinderat noch im April entschieden. Doch Proteste der Bürger und eine große Spende könnten das Blatt nun wenden.

    Es war eine denkbar knappe Entscheidung – mit 10 zu 9 Stimmen setzte sich die CSU mit ihrem Antrag auf ein Ratsbegehren durch. Die Bürger dürfen damit in ein paar Monaten abstimmen, ob die Grundschule Oberfahlheim geschlossen werden soll oder nicht.

    Dass das Thema noch einmal auf der Tagesordnung des Nersinger Gemeinderats landete, lag zum einen an lautstarken Protesten der Einwohner. Hunderte waren mit großen Transparenten durch Fahlheim gezogen, um für den Erhalt ihrer Schule zu demonstrieren. Den Ausschlag gab möglicherweise aber das Angebot des Ulmer Drogeriekönigs Erwin Müller.

    Prominenter Spender

    Müller ging selbst in Fahlheim zu Schule und hatte dort in den 50er Jahren einen Friseursalon eröffnet. Entsprechend groß ist die Verbindung zur alten Heimat, für die sich der Milliardär finanziell einsetzen möchte. Bis zu 700.000 Euro will Müller spenden, sollte die Schule erhalten bleiben. Ein Angebot, das manchen Gemeinderat vielleicht zum Umdenken bewegt hat, beläuft sich die Summe doch auf gut ein Viertel der Sanierungskosten. Das Alter des Gebäudes war einer der Hauptgründe, warum der Gemeinderat die Schule im April aufgeben wollte. Aber es gab noch andere Argumente.

    Schule zu klein für moderne pädagogische Konzepte

    Die Rektorin der Grundschule möchte gerne moderne pädagogische Konzepte umsetzen - wie etwa Schüler klassenübergreifend in Gruppen mit stärkeren und schwächeren Kindern zu unterrichten, um sie gezielt zu fördern. Das ist in Oberfahlheim schwer möglich, denn es gibt pro Jahrgangsstufe nur eine Klasse. Entsprechend problematisch ist es auch, wenn Lehrkräfte krankheitsbedingt ausfallen. Zudem fehlt eine richtige Turnhalle an der Grundschule Oberfahlheim.

    Emotionale Debatte in Gemeinderat

    Für die kleinste Fraktion im Gemeinderat war deshalb klar: "Am besten wäre es, die Schule zu schließen und beim alten Beschluss zu bleiben", so war es aus den Reihen der SPD zu hören, die auch die laufenden Kosten für insgesamt drei Grundschulen in der Gemeinde, neben Oberfahlheim auch Nersingen und Straß, ins Gespräch brachte.

    Die Freien Wähler dagegen sprachen sich geschlossen für die Schule in Oberfahlheim aus. Sie sei wichtig, um den Ort langfristig attraktiv zu halten. Etwa für junge Familien, die sonst vielleicht nicht ins Dorf ziehen würden. Die Freien Wähler wollten gerne noch einmal im Gemeinderat über das Thema abstimmen. "Wir sollten die Verantwortung für die Entscheidung nicht den Bürgern zuschieben“, hieß es aus der Fraktion.

    In der CSU hingegen gab es Stimmen, die sich für und gegen den Erhalt der Schule aussprachen. Einig waren sich die Christsozialen aber, dass darüber letztlich die Bürger entscheiden sollen.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!