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Drogenfahnder: Rabatt auf Kokain für Münchner Polizisten | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Polizei (Symbolbild)

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    Drogenfahnder: Rabatt auf Kokain für Münchner Polizisten

    Neue Erkenntnisse im Fall der acht Münchner Polizisten, denen Drogendelikte vorgeworfen werden: Ein Drogenfahnder der Münchner Polizei sprach unter Berufung auf einen Dealer von einem "speziellen Rabatt auf Kokain" für die Beamten.

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    Ein Drogendealer soll Münchner Polizisten mit günstigem Kokain versorgt haben. Es habe "einen speziellen Rabatt" für Polizeibeamte gegeben, sagte der Leiter der Ermittlungseinheit "Arbeitsgruppe Nachtleben" bei der Münchner Polizei am Dienstag vor dem Amtsgericht München. Der Dealer habe damit geprahlt, "Polizisten zu kennen, die ihn schützen".

    Acht Münchner Polizisten werden Drogendelikte vorgeworfen

    Insgesamt acht Polizisten aus dem Zuständigkeitsbereich des Münchner Präsidiums stehen unter Verdacht, Verbindungen in die Drogenszene gehabt und selbst Rauschmittel gekauft zu haben. "Wenn Kollegen ins Spiel kommen, wird es immer unangenehm", sagte der Ermittler der Münchner Polizei. "Aber ich bin bei Rauschgift mit einer Null-Toleranz gesegnet - auch bei Kollegen."

    LKA-Ermittler: Polizisten sollen Kokain auch weitergegeben haben

    Die Polizisten stehen nunmehr allerdings auch im Verdacht, Kokain weitergegeben zu haben. Ein festgenommener Drogenhändler habe ausgesagt, "dass Polizisten in München Kokain konsumieren, verkaufen, ankaufen", sagte ein Beamter des Landeskriminalamts am Dienstag vor dem Amtsgericht.

    Nach LKA-Angaben gibt es Chatverläufe, die auf Verbindungen der acht Polizisten in die Drogenszene hinweisen. Den Angaben des Dealers zufolge könnten sogar bis zu 20 Beamte in den Skandal verwickelt sein, sagte der LKA-Beamte. In einer Großstadt sei das nicht auszuschließen.

    Polizeibeamte nach wie vor suspendiert

    Ins Rollen kamen die Ermittlungen, die inzwischen das Landeskriminalamt (LKA) übernommen hat, weil ein gefasster Drogenhändler über Komplizen und Kunden ausgepackt hatte, darunter waren auch zwei Polizisten. Aus den Ermittlungen gegen die Beamten ergaben sich später Verdachtsmomente gegen weitere Kollegen. Alle acht Polizeibeamten wurden vom Dienst suspendiert. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt nach Angaben einer Sprecherin bislang wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz - und nicht wegen des Verdachts auf Drogenhandel.

    Ermittlungen gegen acht Münchner Polizisten laufen

    Der Drogenfahnder der Münchner Polizei sagte am Dienstag in einem Prozess gegen einen mutmaßlichen Komplizen des geständigen Drogenhändlers aus, der ein gut betuchtes Klientel vor allem in einem exklusiven Privatclub mit Drogen versorgt haben soll.

    Bislang habe sich der Großteil der beschuldigten Beamten nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte der LKA-Ermittler. Der Anwalt des angeklagten Dealers wies darauf hin, dass einer der beschuldigten Polizisten die Vorwürfe entschieden bestritten habe.

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