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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Caroline Seidel

Ein leerer Hörsaal: Auch im dritten Corona-Semester wird das an vielen Unis Realität sein (Symbolbild).

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Drittes Corona-Semester: Online- oder Präsenz-Studium wagen?

Mehr Präsenzveranstaltungen mit Schnelltest oder bei Onlinevorlesungen bleiben? In dieser Frage vertreten die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität München derzeit recht unterschiedliche Positionen.

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Von
  • Frank Bäumer

An diesem Montag beginnen in München an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität (TUM) die Sommersemester. Es ist das dritte Semester unter Pandemiebedingungen, das dritte Semester, in dem hauptsächlich digitale Fernveranstaltungen stattfinden. Und das dritte Semester, in dem die Studentinnen und Studenten kaum Möglichkeiten haben, sich persönlich auf dem Campus zu begegnen.

Für die Studierenden, aber auch für die Lehrkräfte eine äußerst belastende Situation. Doch sollte man angesichts der starken Ausbreitung der neuen, gefährlichen B 1.1.7.-Variante des Coronavirus mehr Präsenz wagen? Die beiden größten Universitäten in Bayern verfolgen einen unterschiedlichen Ansatz.

LMU wird größtenteils virtuell unterrichten

Für Oliver Jahraus, dem Vizepräsidenten der LMU, stellt sich diese Frage bislang nicht: "Wir werden jetzt auch im Sommersemester 8.000 Veranstaltungen anbieten, diese Veranstaltungen werden größtenteils digital oder virtuell ablaufen. Das ist auch zur Zeit gar nicht anders möglich, die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sagt eindeutig: Präsenzunterricht findet an den Universitäten nicht statt."

Jahraus betont aber, dass die Studierenden ein vollwertiges Semester erwartet.

TUM will mehr Präsenz zulassen

Die TUM möchte dagegen einen Vorstoß riskieren und mehr Präsenzunterricht zulassen. In der vergangenen Woche trat TUM-Präsident Thomas Hofmann mit diesem Ansatz an die Öffentlichkeit: "Ich glaube, studieren bedeutet nicht nur, Informationen zu sammeln, in Form von digitalen Vorlesungen, sondern es braucht auch den sozialen Austausch der Studierenden miteinander."

Dabei möchte die Universität auf Selbsttests setzen, die von den Studentinnen und Studenten durchgeführt werden. Die Kosten für die Tests soll der Staat tragen. Die Teilnehmerzahl für die Präsenzveranstaltungen soll auf maximal 40 Teilnehmer beschränkt sein.

Studierende möchten wieder mehr offene Lernplätze

Ersetzen werden diese Angebote die digitalen Veranstaltungen laut Thomas Hofmann allerdings nicht: "Alles das, was digital anbietbar ist, werden wir digital anbieten, und diese werden dann ergänzt durch Präsenzformate wie Praktika, Exkursionen, Tutorien, da natürlich unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen."

Die Vorsitzende der Studentischen Vertretung der TUM, Sandra Paßreiter, sieht vor allem an ganz anderen Stellen als bei Lehrveranstaltungen dringenden Handlungsbedarf. "Grundsätzlich wäre der Vorstoß in die Richtung begrüßenswert, dass wieder Lernplätze eröffnet werden können, aktuell können Studierende ja nur in den Bibliotheken lernen."

Die Plätze dort reichten nicht aus, um allen in München Studierenden mit schwieriger Wohnsituation ausreichend Lernplatz anzubieten. Eine endgültige Entscheidung dazu steht laut Paßreiter allerdings noch aus.

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