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Dreijährige bewusstlos: Polizist als Lebensretter am Telefon | BR24

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Polizeiauto in Münchner Innenstadt

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Dreijährige bewusstlos: Polizist als Lebensretter am Telefon

Der Münchner Polizeihauptkommissar Johannes Kuhn hat einem dreijährigen Mädchen nach einem Atemstillstand das Leben gerettet. Er leitete die Eltern am Telefon bei der Wiederbelebung ihrer Tochter an.

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Johannes Kuhn hatte von Samstag auf Sonntag Dienst in der Einsatzzentrale des Münchner Polizeipräsidiums, als gegen 3:30 Uhr ein Notruf eines Vaters aus Lochhausen einging: Sein Kind würde nicht mehr atmen und hätte ganz blaue Lippen.

Anweisungen zur Wiederbelebung am Telefon

Sofort alarmierte der 37-Jährige zusammen mit seinen Kollegen Rettungsdienst und Kindernotarzt. Parallel gab er den Eltern telefonische Anweisungen, wie sie ihr Kind reanimieren sollten, denn bis zum Eintreffen der Helfer könnte es zu spät sein.

"Das ist einer der Einsätze, der hängen bleibt, wenn wir in solchen Situationen zu viel Nachdenken, kann das Kind tot sein." Polizeihauptkommissar Johannes Kuhn

Drei bis zehn Mal im Jahr kommt es nach Angaben der Polizei vor, dass sich Anrufer in lebensbedrohlichen Situationen "fälschlicherweise" bei der 110 melden und nicht beim Rettungsdienst. Daher gibt es in der Einsatzzentrale für solche Notsituationen ein Computerprogramm, dass die Beamten durch die verschiedenen Stationen einer telefonischen Wiederbelebung lotst.

Herzdruckmassage mit Daumen

Johannes Kuhn brauchte das Programm nicht, er wusste aufgrund seiner Ausbildung aus dem Kopf, was zu tun ist, auch wenn es sich bei der Person um ein kleines Kind handelt: Dabei wird die Herzdruckmassage mit den beiden Daumen durchgeführt und auch ein anderes Tempo als bei Erwachsenen gewählt.

Hilfe bis zum Eintreffen des Notarztes

Schritt für Schritt führte Kuhn Vater und Mutter durch die Wiederbelebung - mit Erfolg. Nach einer Minute kam die Dreijährige zu sich, zur Erleichterung der Eltern, aber auch des Polizeihauptkommissars.

Der Beamte blieb noch am Telefon, bis Rettungsdienst und Kindernotarzt vor Ort eintrafen und das Mädchen in die Klinik brachten. Dem Kind soll es nach Angaben eines Pressesprechers wieder gut gehen.

Bescheidener Lebensretter

Was zu dem Atemstillstand geführt hat, konnte die Polizei nicht sagen. Der Lebensretter gibt sich im Interview bescheiden, "wir werden dafür ausgebildet, das gehört zur unserer Arbeit dazu. Es ist durchaus ein schönes Gefühl, dass man Leben gerettet hat, aber darauf darf man sich nicht ausruhen."

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Grafik - Telefonhörer