BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

"Draußenschule": Ein Unterrichtskonzept für die Corona-Zeit? | BR24

© dpa-Bildfunk/Uwe Zucchi

Schulkinder auf dem Weg in den Wald

6
Per Mail sharen

    "Draußenschule": Ein Unterrichtskonzept für die Corona-Zeit?

    In Erlangen verbringen die Schüler der Pestalozzischule regelmäßig einen Schultag im Freien. So können sie auch in Corona-Zeiten an gemeinsamen Projekten arbeiten. Das Konzept kommt aus Skandinavien und ist in Deutschland noch wenig verbreitet.

    6
    Per Mail sharen

    Auf der Wiese hinter der Pestalozzischule in Erlangen steht ein Holzgerüst. Es soll einmal eine Hütte werden. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c haben selbst den Bauplan entworfen. Auch die Hütte bauen sie selbst, natürlich mit Hilfe ihres Klassenlehrers Volker Weiß.

    "Es geht darum, dass sie messen und mit Werkzeug umgehen können. Und auch darum, dass sie feststellen, ob das Produkt stabil ist, ob alles hält. Es geht mir aber auch drum, dass sie lernen, miteinander zu kommunizieren und sich gegenseitig zu helfen." Volker Weiß, Klassenlehrer und Konrektor der Pestalozzischule Erlangen

    Mathematik und Sachkunde auf der Wiese

    Die Schülerinnen und Schüler müssen sich beim gemeinsamen Sägen abstimmen. Sie müssen Werkzeuge teilen und Arbeitsschritte absprechen. In der "Draußenschule" werden theoretische Lerninhalte praktisch eingeübt. Beim Bau der Holzhütte zum Beispiel lernen die Viertklässler spielerisch mathematische und geometrische Zusammenhänge.

    "Fühlt sich nicht wie Schule an"

    Etwa alle zwei Wochen verbringen die Kinder einen ganzen Schultag draußen. Die meisten Schülerinnen und Schüler hätten nichts dagegen, wenn jeden Tag "Draußenschule" wäre. Unterricht im Klassenzimmer findet die zehnjährige Elena "langweilig". Die Schultage draußen fühlten sich gar nicht wie Schule an, sagt sie, eher wie Freizeit.

    Konzept aus Skandinavien

    Das Unterrichtskonzept stammt aus Skandinavien. In Deutschland ist es noch nicht verbreitet, nur wenige Schulen beteiligen sich. Der Unterricht im Freien sei aufwändiger als im Klassenzimmer und müsse sehr gut vorbereitet werden, gibt Lehrer Volker Weiß zu. Aber er kommt nach einem "Draußentag" entspannter nach Hause als nach dem Regelunterricht. Der Aufenthalt in der Natur tue ihm auch gut, ist sich der Grundschullehrer sicher.

    Mehr Bewegungsfreiheit in Corona-Zeiten

    Weiß hält das Projekt "Draußenschule" während der Corona-Pandemie für besonders wichtig. Im Klassenzimmer sei nur Frontalunterricht möglich. Draußen können die Kinder miteinander arbeiten, da es mehr Platz gibt und das Ansteckungsrisiko geringer ist. Aber auch draußen tragen alle Schüler einen Mund-Nasen-Schutz, denn beim gemeinsamen Sägen und Bauen kann der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden. Die "Draußenschule" in der Erlanger Pestalozzischule findet übrigens nicht nur im Sommer statt . Außer bei schwerem Sturm oder Gewitter gehen die Kinder bei jedem Wetter raus.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!