Der Thermostat einer Heizung in einer Wohnung.

Der Preis für Fernwärme in Nürnberg steigt drastisch: Um durchschnittlich 73 Prozent steigen die Kosten für Heizung und Warmwasser.

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    Drastische Preiserhöhung bei Fernwärme in Nürnberg

    Drastische Preiserhöhung bei Fernwärme in Nürnberg

    Der Preis für Fernwärme in Nürnberg steigt um durchschnittlich 73 Prozent. Das teilt die N-Ergie mit. Wer also bislang im Jahr für Warmwasser und Heizung 1.000 Euro bezahlt hat, muss nun mit mehr als 1.700 Euro rechnen.

    Fernwärmekunden des fränkischen Energieversorgers N-Ergie müssen sich auf drastisch steigende Preise einrichten. Wie die N-Ergie mitteilt, ist von einer durchschnittlichen Preiserhöhung von rund 73 Prozent auszugehen. Als Grund für die hohe Preissteigerung gibt N-Ergie die aktuelle politische Situation und die daraus resultierenden hohen Gaspreise an.

    Abschläge werden erhöht

    Die Abschläge werden automatisch angepasst, teilt das Unternehmen mit. Wie hoch die neuen Beträge konkret ausfallen, darüber will die N‑Ergie ihre Kundinnen und Kunden in einem separaten Anschreiben ab Oktober 2022 informieren.

    Plus 64 Euro monatlich, über 700 Euro im Jahr

    In einer Beispielrechnung gibt N-Ergie die Mehrkosten für einen Dreipersonenhaushalt in einem Mehrfamilienhaus an: Bei einem Jahresverbrauch von rund 12.000 kWh Wärme steige der Preis pro Monat um etwa 64 Euro brutto zuzüglich der Umlagenpreise.

    Weiter steigende Preise durch Gasumlage

    Noch nicht mit eingerechnet ist die neue Gasumlage. Es sei davon auszugehen, dass sich der Preis dadurch noch weiter erhöht, teilt N-Ergie mit. Wie hoch er für Fernwärme ausfällt, könne der Energieversorger noch nicht mitteilen.

    Fernwärme aus Gas

    Die Fernwärme im Nürnberger Netz wird zum Großteil mit Erdgas produziert. Der überwiegende Teil der Wärme wird dabei im Heizkraftwerk Sandreuth erzeugt, in der auch die Abwärme der Nürnberger Müllverbrennungsanlage mitgenutzt wird. Der restliche Teil kommt je nach Bedarf aus zusätzlichen Heizwerken im Stadtgebiet. Die Fernwärme nutzen nach N-Ergie-Angaben mehr als 50.000 Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in der Stadt.

    In Zukunft mit Wasserstoff?

    In diesem Jahr wurden im Heizkraftwerk Sandreuth die beiden bestehenden Gasturbinen ausgetauscht. Sie wurden durch zwei neue Gasturbinen ersetzt, die für den Betrieb mit Wasserstoff bereit sind ("H2-ready"). Zusätzlich strebe man einen Mix aus Altholzverwertung, der Nutzung von Abwärme über Großwärmepumpen, Erdwärme-Potenzialen oder Bioenergie an.

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