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Dramatische Rettungsaktion für die Flussperlmuschel | BR24

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Die Flussperlmuschel ist vom Aussterben bedroht. Der Bund Naturschutz hat im oberfränkischen Regnitzlosau nun letzte Exemplare der Muschel gerettet. Bereits vergangenes Jahr konnten bei der Zucht erste Erfolge erzielt werden.

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Dramatische Rettungsaktion für die Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel ist vom Aussterben bedroht. Jetzt ist auch noch die Regnitz - einer der wichtigsten Lebensräume der Art - ausgetrocknet. Die letzten Muscheln, die sich dort aufhalten, müssen deshalb in andere Gewässer umgesetzt werden.

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Die anhaltende Trockenheit hat dramatische Folgen für die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel – und zwar im historischen Ausmaß. Einer der deutschlandweit wichtigsten Bäche für die Muschel, die südliche Regnitz im Landkreis Hof, ist nun völlig ausgetrocknet. Deshalb müssen jetzt die letzten Muscheln aus der südlichen Regnitz, wo sich die Art seit mehreren tausend Jahren aufhält, in andere Gewässer umgesetzt werden, erklärt Wolfgang Degelmann, Geschäftsführer des Bund Naturschutz Hof, im BR-Gespräch.

Bachbett völlig ausgetrocknet

Details und Konsequenzen auch für den täglichen Wasserverbrauch wollen BN und Wasserwirtschaftsamt Hof am Freitag vor Ort erklären. Erst vor wenigen Wochen hatte der Bund Naturschutz in der Huschersmühle an der südlichen Regnitz mit Unterstützung der EU die bundesweit größte Aufzucht-Station für die bedrohte Tierart eröffnet.

Seit Jahrzehnten ziehen Naturschützer und Behörden mit verschiedensten Projekten zur der Rettung an einem Strang. Das Wasserwirtschaftsamt Hof habe in den letzten Tagen sogar mehr als 500.000 Liter Wasser vom Förmitzspeicher in die südliche Regnitz gebracht, so Degelmann – doch umsonst: Das Bachbett ist komplett trocken.

Neues Wassermanagement erforderlich

"Es ist furchtbar. Es tut wirklich weh, wenn man sieht, dass ein Bach, den man wie ich 30 Jahre beruflich betreut hat und die Anwohner, die 50, 60 Jahre an solchen Gewässern leben, nun sagen – das haben wir noch nicht erlebt“, berichtet Wolfgang Degelmann. Nötig sei jetzt ein völlig anderes Wassermanagement - zum einen etwa das Entforsten von ehemaligen Quellflächen, zum anderen das Verbot von privaten Brunnen-Bohrungen.