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Es war schon abzusehen: Der Further Drachenstich wird auch in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden. Die Enttäuschung ist groß, allerdings arbeitet die Stadt schon an einem Alternativprogramm.

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Drachenstich Furth im Wald erneut abgesagt

Es war schon abzusehen: Der Further Drachenstich wird auch in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden. Die Enttäuschung ist groß, allerdings arbeitet die Stadt schon an einem Alternativprogramm.

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Von
  • Kilian Neuwert
  • BR24 Redaktion

Der Further Drachenstich wird auch in diesem Jahr ausfallen. Das haben die Verantwortlichen bekannt gegeben. Grund sind demnach die geltenden Corona-Auflagen.

Bürgermeister: "geht uns emotional nicht gut"

Der Bürgermeister von Furth im Wald, Sandro Bauer (CSU), sagte dem BR, das Festspiel sei aufgrund der Auflagen aus wirtschaftlicher Sicht nicht durchführbar. Unter anderem würden die Abstandsregeln die Zuschauerzahl zu stark einschränken. Zudem käme in der gegenwärtigen Situation "kaum Festspielatmosphäre" auf.

Bauer bedauerte die Absage: "Emotional geht es uns, die wir die Entscheidung treffen mussten, nicht gut." Die Verantwortlichen hätten mit der Entscheidung lange gewartet, so der Kommunalpolitiker. Man habe noch Hoffnung gehabt, nun aber schweren Herzens entscheiden müssen.

Alternativprogramm für Drachenstich geplant

Anstelle des Festspiels plant die Stadt ein Alternativprogramm für den Sommer. Laut Sandro Bauer soll es in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastronomen erarbeitet werden. In verschiedenen Gaststätten soll eine Art Mittelalterfest stattfinden. Außerdem soll die Stadt genauso dekoriert werden wie zum Drachenstich üblich. Städtische Häuser sollen beleuchtet werden. Dazu will Bauer auch Privatleute aufrufen, wie er im Gespräch mit dem BR ankündigte.

Beobachter hatten mit der Absage gerechnet. Geprobt wurde in diesem Jahr bislang ohnehin nicht. Neben dem Further Drachenstich wurden heute auch die Trenkfestspiele im benachbarten Waldmünchen abgesagt.

Ältestes Volksschauspiel in Deutschland

Der Further Drachenstich gilt als das älteste Volksschauspiel Deutschlands. Bereits im vergangenen Jahr war das Festspiel wegen der Coronakrise abgesagt worden. Damals erfolgte die Absage kurzfristig. Zuvor waren jährlich rund 350 Menschen an den Aufführungen beteiligt. Gespielt wurde vor bis zu 1.500 Zuschauern pro Aufführung auf dem Further Stadtplatz. Im Zuge des Festspiels finden jährlich auch ein großes Volksfest sowie ein Historischer Festzug statt.

Einbußen für Hoteliers und Gastwirte zu erwarten

Für Hoteliers und Gastwirte in der Region dürfte das mit Einbußen einhergehen. Der Further Drachenstich lockt jedes Jahr auch Tausende auswärtige Besucher in den Landkreis Cham. Andreas Brunner, der Chamer Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), betonte im Gespräch mit dem BR die Bedeutung des Festspiels für die Branche. Laut Brunner könnte manch Hotelier oder Pensionsbetreiber seine Zimmer während der Festspielwochen "doppelt belegen". So zahlreich seien mitunter die Anfragen, sagte er unter Verweis auf eigene Erfahrungen. Viele Gastgeber gäben sich zudem große Mühe mit extra Programmen für die Festspielzeit.

Corona: Viele Festspiele abgesagt

Die neuerlichen Festspielabsagen reihen sich ein in eine längere Liste: Auch das Pandurenfest in Spiegelau fällt aus - genau wie das Hussenkrieg-Festspiel in Neunburg vorm Wald. Die Landshuter Hochzeit wurde auf 2023 verschoben. Sie hätte heuer turnusgemäß nach vierjähriger Pause stattfinden sollen.

Die Europäischen Wochen in Passau hingegen finden statt. Open-Air-Veranstaltungen stehen im Vordergrund. Auch die Dr. Eisenbart-Festspiele in Oberviechtach sollen stattfinden - an einem neuen Termin im September und mit neuem Konzept. Das Landestheater Oberpfalz wird in diesem Sommer keine Vorführungen auf Burg Leuchtenberg geben. Dafür gastiert das Theater an mehreren Spielorten, etwa im Freilichtmuseum Neusath oder auch in Grafenwöhr.

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