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Bayern

Doppelte Frauenpower im Rathaus | BR24

© BR/Mitterer

Rathaus-Chefinnen in Altfraunhofen und Baierbach: Katharina Rottenwallner und Luise Hausberger

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    Doppelte Frauenpower im Rathaus

    Frauen sind in der Kommunalpolitik, vor allem in kleinen Dörfern, immer noch eine Seltenheit. Umso ungewöhnlicher, dass in der Verwaltungsgemeinschaft Altfraunhofen und Baierbach im Landkreis Landshut zwei Frauen regieren. Und das seit zwölf Jahren.

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    Vor allem auf dem Land, in kleinen Dörfern, sind Frauen in der Kommunalpolitik immer noch eine Seltenheit. Umso ungewöhnlicher, dass in der Verwaltungsgemeinschaft Altfraunhofen und Baierbach im Landkreis Landshut zwei Frauen regieren. Und das seit zwölf Jahren. Die beide sind fast alleine unter Männern. Im Gemeinderat sitzt jeweils, außer der Chefin, nur noch eine weitere Frau.

    Der Umgangston ist anders

    Katharina Rottenwallner und Luise Hausberger machen es vor: Auch Frauen können Bürgermeister, vielleicht sogar besser als die Männer? Das beginnt schon bei der Kommunikation. "Da gibt es keine Ausreißer oder Äußerungen, die verletzend sind, das ist bei uns nicht üblich", sagt Katharina Rottenwallner. Das kann ihre Kollegin Luise Hasberger nur bestätigen: "Das ist bei uns auch so, der Ton ist anders, der Ton ist in Ordnung und es gibt keinen, der irgendwie unter die Gürtellinie geht."

    Am Anfang war es nicht einfach

    Die ersten Sitzungen in der Männerdomäne Gemeinderat seien nicht ganz einfach gewesen, räumen beide ein. Das sei aber alles Vergangenheit. Sie haben sich Respekt verschafft im Dorfparlament.

    Doch warum sind Frauen als Bürgermeisterinnen noch immer so selten, obwohl rein statistisch gesehen in jedem Dorf sogar etwas mehr Frauen als Männer leben und damit auch wählen dürfen. Luise Hausberger meint, Frauen würden sich nicht so gerne zu einer Wahl stellen. Weil man ja unterliegen könnte.

    "Viele Frauen haben nicht das Rückgrad und sagen, ja gut dann habe ich halt verloren. Die Männer, die denken sich da weniger" Luise Hausberger, Bürgermeisterin von Baierbach

    Dazu kommt, so die Analyse der beiden Dorfbürgermeisterinnen: Frauen wählen oft keine Frauen. Oder liegt es doch daran, dass der Wahlzettel in Bayern gar keine Frauen als Bürgermeisterinnen vorsieht? Dort steht nur: „Wahl des Bürgermeisters“. Die beiden Rathaus-Chefinnen in Altfraunhofen und Baierbach regen sich darüber nicht auf. Luise Hausberger sagt, sie bekommt immer wieder Briefe mit der Anrede "Sehr geehrter Herr Hausberger".

    Bürgermeisterin ist ein wunderbares Amt

    Die beiden Bürgermeisterinnen treibt etwas anderes um: Frauen müssten endlich erkennen, wie wunderbares das Amt der Bürgermeisterin ist:

    "...dass man den Ort vorwärts bringt und, dass man sich dann über jeden Erfolg mit der Bürgerschaft freut, das gibt einem schon was." Katharina Rottenwallner, Bürgermeisterin von Altfraunhofen

    Luise Hausberger tritt am 15 März erneut zur Wiederwahl an, Gegenkandidaten hat sie keinen. Katharina Rottenwallner dagegen hört auf. Und um ihre Nachfolge kämpfen fünf Männer.