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Donisl gegen Allianz: Wirt klagt gegen Corona-Vereinbarung | BR24

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Bildrechte: pa/dpa

Die Münchner Traditionsgaststätte Donisl klagt gegen ihre Versicherung.

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Donisl gegen Allianz: Wirt klagt gegen Corona-Vereinbarung

Die Allianz hat Ärger mit der Münchner Traditionsgaststätte Donisl. Diese klagt gegen eine Vereinbarung zur Betriebsschließungsversicherung, die die Allianz-Versicherung zu Beginn der Corona-Pandemie mit vielen Gastronomiebetrieben abgeschlossen hat.

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Von
  • Christoph Dicke
  • Manuel Rauch

Die Allianz hat in der Corona-Pandemie neuen juristischen Ärger mit ihren Betriebsschließungsversicherungen. Die Geschäftsführung des über die Münchner Stadtgrenzen hinaus bekannten Wirtshauses Donisl am Marienplatz hat gegen die Vereinbarung Klage eingereicht, die der größte deutsche Versicherer im Frühjahr mit vielen seiner Kunden aus der Gastronomie abgeschlossen hatte. Das teilte die vom Donisl beauftragte Anwaltskanzlei Beiten Burkhardt nun mit.

Vorwurf: "Ungültige" und "sittenwidrige" Vereinbarung

Im Rahmen der Vereinbarung hatte die Allianz den Wirten 15 Prozent ihrer Kosten ersetzt, aber Rechtsansprüche aus den Betriebsschließungspolicen nicht anerkannt. Die Anwaltskanzlei wirft dem Unternehmen vor, diese Vereinbarung sei ungültig und sittenwidrig. Die Allianz wies das zurück. Bislang ist die Klage noch nicht zugestellt.

Bundesweite Prozesswelle

Seit Monaten läuft bundesweit vor den Zivilkammern eine Prozesswelle von Gastronomen gegen Versicherungen, die nicht für die coronabedingten Schließungen zahlen wollen. Bislang kamen die Klagen aber von Wirten, die die Vereinbarung nicht unterschrieben hatten. Donisl ist nun das erste Wirtshaus, das eine Klage gegen diese Vereinbarung öffentlich macht, die neben der Allianz noch weitere Versicherer ihren Gastronomie- und Hotelkunden angeboten hatten.

Allianz will auf keinen Fall Geld zurückfordern

Die Allianz wehrt sich: "Unser Angebot erfolgte ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht und dem expliziten Hinweis, dass bei Annahme unseres Angebots keine weiteren Ansprüche erhoben werden können", erklärte ein Sprecher. Der Konzern will demnach auch für den Fall, dass die Allianz schlussendlich vor den Gerichten gewinnt, kein Geld von Wirten zurückfordern, die die Vereinbarung unterschrieben haben.

(unter Verwendung von dpa)

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