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Donau-Kreuzfahrten in Corona-Zeiten | BR24

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Donaukreuzfahrt in Coronazeiten

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Donau-Kreuzfahrten in Corona-Zeiten

In Städten wie Bamberg, Würzburg, Passau oder Regensburg ist 2020 die Flusskreuzfahrtsaison gelaufen. Vor allem Gäste aus Übersee und Asien fehlen. In Regensburg sind bisher 37 Schiffe angelandet, mit überwiegend deutschen Flusskreuzfahrttouristen.

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Trotz Corona entscheiden sich einige Menschen für eine Flusskreuzfahrt. Es sind aber mittlerweile fast nur Deutsche die daran teilnehmen. In den Jahren davor waren es überwiegend Gäste aus Übersee. Doch Amerikaner, Australier und Chinesen bleiben wegen der Corona-Pandemie zuhause.

"Da muss man das Beste daraus machen"

Für Marion und Wolfgang Kupfer könnte die Schiffsreise ewig so weitergehen. Das Ehepaar aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein macht gerade eine Flusskreuzfahrtreise, über Donau, Main und Rhein. Trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie, wie die Kupfers sagen.

"Da muss man das Beste daraus machen. Man muss sich nicht ganz zurückziehen." Wolfgang Kupfer, Flusskreuzfahrttourist aus Ahrensburg

Man müsse sehen, was man im Rahmen der Sicherheit machen kann, sagt Wolfgang Kupfer. Und da fände er die durch Deutschland führende Flusskreuzfahrt ideal.

Strenge Sicherheitskonzepte auf den Schiffen

Das Sicherheitskonzept ist streng: Nur Gäste und Besatzung dürfen an Bord. Bei jedem Betreten müssen die Hände desinfiziert werden. Nur in der Kabine, am Tisch oder an Deck darf die Maske abgenommen werden. Die Kölnerin Christine Haas und ihren Mann macht die neue Art zu Reisen aber nichts aus. "Es ist ein Unterschied zu den Malen davor. Man muss sich erst an die Maske gewöhnen. Maske an, Maske ab. Desinfizieren. Aber alles im grünen Bereich. Behindert einen nicht im Wohlgefühll."

Städten entgehen Einnahmen durch fehlende Fahrten

Die "Anesha‘" und die "Thomas Hardy" sind zwei von bisher 37 Schiffen, die 2020 in Regensburg angelandet sind. In normalen Jahren legen hier mehr als 1.000 der großen, weißen Kastenschiffe an, die dem Stadtwerk rund eine Million Euro an Umsatz pro Jahr bringt. Dieses Jahr sei der Umsatz "verschwindend gering", so Martin Gottschalk, Pressesprecher des Regensburger Stadtwerks. "Für September bis zum Jahresende haben wir zwar einige Reservierungen; erfahrungsgemäß werden diese jedoch überwiegend noch storniert werden. Wir rechnen nicht damit, dass wir bis zum Ende des Jahres auf insgesamt 100 Anlandungen für 2020 kommen werden."

Auch große Einbußen bei Stadtführungen

Umsatzeinbußen zwischen 70 und 90 Prozent haben auch die vielen Anbieter von Gruppenführungen durch die Donau-Städte. Die sind in Zeiten von Corona passé. Mit gravierenden Folgen, wie Thomas Ruhfass von der Eventagentur "Stadtmaus" sagt. "Das war das schlimmste Jahr, das wir jemals hatten. Uns gibt es jetzt 22 Jahre. Solche Einbrüche haben wir bisher nicht annähernd erlebt."

Kostenlose Führungen durch die Stadt

Ruhfass und sein Team haben daher versucht, neue Wege zu gehen: virtuelle Führungen durch die Welterbestadt. Allerdings kostenlos. Davon können die vielen Reisebegleiter und Schauspieler, die die Stadtmaus beschäftigt, aber nicht leben. Und auch sonst sind die Umstände alles andere als ideal, sagt Ruhfass. "Wir haben halt jetzt geschaut, dass wir nur noch Plätze ansteuern, wo die ganzen Abstandsregeln eingehalten werden können. Und so ist nicht mehr jede Führung möglich. Weil einfach die Stadt Regensburg, durch die Gassen, kann man nicht mit jeder Gruppe stehen bleiben."

Der Platz ist das eine, die Zeit ein weiteres Problem. Am Ende sind es nur zwei Stunden, die die Gruppe um Marion Kupfer für ihr Sightseeing durch Regensburg hatte. "Es war toll, aber leider viel zu kurz. Wir hätten noch Stunden hier entlang bummeln können. Einkehren können. Da können wir auf jeden Fall noch paar Tage verbringen. Dass haben wir auch schon auf dem Zettel."

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