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Donau im Umbruch: Wie Bayerns "Lebensader" geschützt wird | BR24

© Harald Mitterer/BR

Der Alarmplan soll eine Art "Vorsorgeuntersuchung" für die Donau liefern, mit der kritische Zustände des Flusses leichter erkannt werden können.

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    Donau im Umbruch: Wie Bayerns "Lebensader" geschützt wird

    Hohe Temperaturen, wenig Regen: Im Sommer hat die Donau oft mit Niedrigwasser zu kämpfen. Unter diesen Folgen des Klimawandels leidet auch die Artenvielfalt. Um die "blaue Lebensader Bayerns" zu schützen, trat im Mai der Alarmplan Donau in Kraft.

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    Der Klimawandel macht Bayerns Flüssen zu schaffen: Sie leiden unter den hohen Temperaturen. Im Mai wurde deshalb der "Alarmplan Donau" ins Leben gerufen. Es ist bereits der zweite seiner Art im Freistaat - der Main steht bereits seit 2012 unter besonderer Beobachtung.

    Artenvielfalt ist bedroht

    Der Biologe Jörg Brandner ist seit sechs Jahren für die Gewässerökologie der Donau in Regensburg verantwortlich. Der Experte vom örtlichen Wasserwirtschaftsamt hat den Alarmplan mitentwickelt. Für ihn steht fest: Der wichtigste Fluss Bayerns befindet sich längst im Umbruch.

    Trockenheit und Hitze führen zu Niedrigwasser und höheren Wassertemperaturen. "Je wärmer das Gewässer wird, desto schwieriger wird auch die Sauerstoffversorgung", erklärt Brandner. "Und dann kommen Arten, die mit diesen Bedingungen, mit diesen wärmeren Bedingungen besser zurechtkommen, dazu. Heimische Arten verschwinden."

    Auch die Artenvielfalt ist in Gefahr: Der Huchen - der Donaulachs - steht auf der Roten Liste. Neue Nahrungs und Raumkonkurrenten breiten sich indes immer mehr aus - so auch die Schwarzmundgrundel. Diese invasive Art findet der Biologe Jörg Brandner auch im Nordarm der Regensburger Donau.

    Wichtiger Sauerstoffgehalt

    Fische benötigen eine Mindestkonzentration von gelöstem Sauerstoff im Wasser. Der Alarmplan Donau nimmt deshalb diesen Wert besonders in den Blick. Definierte Warnstufen sollen kritische Situationen frühzeitig erfassen. 7 Milligramm Sauerstoff und 25 Grad Wassertemperatur sind dabei die ersten Schwellenwerte.

    Die Gefahrenlage verdeutlicht ein Ampelsystem mit Vorwarnung, Warnung und Alarm. Im Alarmfall entscheidet ein Expertengremium über die notwendigen Maßnahmen.

    Zu wenig Regen in Bayern

    Die Donau hat in Bayern etwa 380 km Fließstrecke. Die aktuellen Daten der Wasserwirtschaftsämter laufen im Niedrigwasserinformationsdienst zusammen. Er gehört zum Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg. Vier Messstationen an der Donau, in Ingolstadt, Regensburg Pfaffenstein, in Pfelling und Jochenstein liefern den Experten wichtige Daten für den Alarmplan. Der Meteorologe Joachim Stoermer gibt für dieses Jahr keine Entwarnung: "Also wir haben im Jahresanfang sehr trocken angefangen. Und diese Juni-Niederschläge haben jetzt die Situation leicht entspannt. Aber das Gewässer hat auch ein Gedächtnis, und wir schleppen aus den letzten zwölf Monaten ein Defizit mit, ein Niederschlagsdefizit."

    Regelmäßiger Gesundheitscheck für Fluss

    Federführend für den Alarmplan ist die Regierung der Oberpfalz. So soll ein Maßnahmenkatalog in kritischen Situationen helfen. Dann sollen etwa Kraftwerke zum Einsatz kommen, in denen das Wasser mithilfe der Turbinen mit Sauerstoff angereichert wird. Auch Baumaßnahmen in der Donau könnten im Alarmfall gestoppt werden, damit nicht noch zusätzliche Sedimente aufgewirbelt werden.

    Der Alarmplan schützt dadurch das wertvolle Naturerbe Donau. "Wir machen die Vorsorgeuntersuchung, um dann rechtzeitig ernsthaftere Erkrankungen zu erkennen und die Donau dann auch zu schützen, vor solchenErkrankungen," so Klaus Mayrhofer, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft für die Regierung Oberpfalz.

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