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Am Donauufer an der Steinernen Brücke in Regensburg steht ein Hochwasser-Hinweisschild.

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Donau erwartet Hochwasser - Schnee kommt zurück

Tauwetter und Regenfälle haben die Flüsse und Bäche in Bayern vielerorts anschwellen lassen. An der Donau rechnen die Behörden fürs Wochenende mit Hochwasser. In Oberfranken und Unterfranken ist die Meldestufe drei stellenweise bereits erreicht.

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Von
  • Anne-Lena Schug
  • Simon Trapp
  • BR24 Redaktion

Die seit Donnerstag andauernden Regenfälle haben in Kombination mit Schneeschmelze die Pegelstände an vielen Flüssen Bayerns in den Bereich von Meldestufe 1 und 2 ansteigen lassen.

Donau-Hochwasser könnte am Sonntag Regensburg treffen

Das so entstandene Hochwasser soll am Wochenende über die Donau ablaufen. Die Städte Regensburg, Straubing, Deggendorf und Passau bereiten sich deswegen auf mögliche Überschwemmungen vor.

In Regensburg führt die Donau bereits jetzt deutlich mehr Wasser als sonst. Entlang der Donaulende hat die Stadt Regensburg deshalb inzwischen Warnschilder und Absperrungen für Fußgänger aufgestellt.

Der Wasserscheitel, also der höchste Wasserstand während eines Hochwassers, wird am Sonntag erwartet. Die Stadt Regensburg stellt sich auf Meldestufe 2 bis 3 ein. Dann könne es entlang der Donau zu Überspülungen kommen, so eine Sprecherin der Stadt Regensburg. Deshalb überlegt die Stadt, mobile Hochwasserschutzelemente, die fest im Boden verschraubt werden, an diesen Stellen aufzubauen, sodass die Donau in ihrem Flussbett bleibt und die Donaulende nicht überschwemmt wird.

Kelheim meldet einen ansteigenden Pegel. In den letzten zwei Stunden ist er um sechs Zentimeter gestiegen (30.01., 19.45 Uhr). Es wird Meldestufe 2 angezeigt. Das gilt auch für Neuburg a.d.Donau, Straubing und Pfelling.

In Deggendorf sei die Lage rund um die Donau "unproblematisch", wie Thomas Kindel, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz im Landratsamt Deggendorf auf BR-Anfrage mitteilte. Auch in Plattling an der Isar sei alles ruhig. Es würden derzeit keine Hochwasser-Maßnahmen ergriffen.

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Neustadt an der Donau (Lkr. Kelheim)

Vielerorts Meldestufen eins und zwei

Nördlich der Donau, in den Einzugsgebieten von Oberer Main, Regnitz, Fränkischer Saale, Sinn, Eger, Naab, Regen, Wörnitz und Altmühl, sind teilweise Meldestufen 1 und 2 überschritten, im Bereich des Oberen Mains ist lokal auch die Meldestufe 3 erreicht worden.

An den Flüssen im südlichen Donauvorland wie Wertach, Paar, Abens und niederbayerische Vils ist vereinzelt Meldestufe 1 erreicht, an der Rott auch Meldestufe 2. In den betroffenen Flussgebieten sind an den Oberläufen der Flüsse die maximalen Wasserstände vielfach erreicht beziehungsweise fallen bereits wieder. Weiter unten an den Flussläufen steigen die Wasserstände noch an oder bleiben auf hohem Niveau, überwiegend im Bereich der Meldestufe 1 und 2.

In Oberfranken stellenweise Meldestufe drei

In Oberfranken warnen die Wasserwirtschaftsämter vor Hochwassergefahr und Überschwemmungen in den Landkreisen Kulmbach, Coburg, Lichtenfels und Bamberg. Im Landkreis Kulmbach haben die Pegel Mainleus und Ködnitz die Meldestufe drei überschritten. Der Main in Mainleus und der Weiße Main in Ködnitz treten streckenweise über die Ufer. Auch im Landkreis Lichtenfels tritt der Main stellenweise über die Ufer. Im Landkreis Coburg hat der Pegel Schenkenau ebenfalls die Meldestufe drei erreicht.

Für Baunach wird unverändert Meldestufe 3 gemeldet (30.01., 18.45 Uhr. Der Pegel ist heute extrem in diesem Bereich angestiegen. Für den Bereich Laufermühle/Aisch wird noch Meldestufe 2 angezeigt, der Pegel steigt aber derzeit weiter.

In Franken musste die Feuerwehr ausrücken

Am Freitag waren bereits in vielen Regionen kleine Bäche und Flüsse ausgeufert. Insbesondere in Unter- und Mittelfranken kam es zu Überschwemmungen. Bei Baunach im Landkreis Bamberg musste die Feuerwehr am Freitag das Wasser eines übergelaufenen Weihers in einen Bach pumpen. Bamberg meldet derzeit einen stark ansteigenden Pegel (30.01., 19.45 Uhr). Er ist in den letzten zwei Stunden um zehn Zentimeter gestiegen. In Rödental im Kreis Coburg gab es einen Feuerwehreinsatz wegen einer überfluteten Straße. Im mittelfränkischen Fürth wurden zwei Straßen wegen Überflutung gesperrt.

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Feuerwehreinsatz in Priegendorf im Landkreis Bamberg

Die Hochwasserwarnstufen eins und zwei wurden häufig erreicht. Bei solchen Überflutungen werden zumeist aber nur Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. Mitunter stieg das Wasser aber auch über die Stufe drei oder vereinzelt sogar über die höchste Stufe vier. An der Kläranlage Wernfels/Fränkische Rezat steigt derzeit das Wasser weiter (30.01., 19.45 Uhr). Noch wird dafür Meldestufe 2 angezeigt. In Michelfeld/Pegnitz hat sich der Pegel innerhalb von 15 Minuten bereits um einen Zentimeter gesenkt (30.01., 19.45 Uhr). Da gilt auch für die Meldestelle Hüttendorf/Regnitz.

An der Fränkischen Saale ist man vorbereitet

An der Fränkischen Saale ist der Wasserstand weiterhin hoch. In Wolfsmünster im Landkreis Main-Spessart war der Pegel nach dem Höchststand am Freitagabend am Samstag erneut angestiegen und geht seitdem zurück. Am Sonntagvormittag gilt Meldestufe 2. Die Staatsstraße bei Wolfsmünster und die Ortsdurchfahrt im benachbarten Gräfendorf stehen unter Wasser. Die Feuerwehr hatte vorsorglich bereits am Freitagabend Luftschläuche eines mobilen Hochwasserschutzsystems gelegt. Am Prinzregentenbau in Bad Kissingen stieg der Pegel in der Nacht zum Sonntag auf Meldestufe 3.

Im oberen Maingebiet sind vielfach fallende oder auf hohem Niveau verharrende Wasserstände zu beobachten. Die Pegel Mainleus/Main und Schenkenau/Itz haben noch Pegelstände oberhalb der Meldestufe 3 (30.01., 17 Uhr). Steigende Wasserstände oberhalb der Meldestufe 2 verzeichnen aktuell die Unterläufe der Fränkischen Saale, der Aisch der Rauhen Ebrach und der Fränkischen Rezat.

Auch unterhalb des Pegels Mainleus/Main und im Bereich des schiffbaren Mains steigen die Wasserstände leicht an – in Würzburg wird Sonntagabend eventuell die Meldestufe 1 knapp erreicht.

Straßensperrungen in Schwaben

Für Schwaben meldet die Polizei "keine gravierenden Störungen". Einzelne Straßen sind wegen des Hochwassers allerdings gesperrt, aktuell sind das der Polizei zufolge in Donauwörth die K28 Bahn-Unterführung Nordheim/Auchsesheim, die K28 B16-Unterführung Nordheim/Auchsesheim, die Eurocopterunterführung, der Glockenfeldweg in Höhe Recyclinghof und der Zusamweg in Höhe Glockenfeldweg.

Wetterdienst: Kälte kommt zurück

Zusätzlich müssen die Menschen in Bayern am Wochenende auch wieder in einigen Gegenden mit Glätte rechnen. Der Regen gehe vermehrt wieder in Schnee über, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Auch Sturmböen waren angekündigt. Für den Alpenrand gibt es eine Unwetterwarnung. Bis Sonntag sollten sich dort die Wassermengen durch Regen und Schneeschmelze mitunter auf 100 bis 180 Liter pro Quadratmeter summieren.

In der Nacht zum Sonntag fallen von Unterfranken bis ins nördliche Alpenvorland und nach Niederbayern 1 bis 5 cm Neuschnee. In den Alpen oberhalb 1.000 Metern zwischen 1 und 5, oberhalb 1.500 Metern zwischen 5 und 10, in den Weststaulagen des Allgäus um 15 cm Neuschnee. Am Sonntag tagsüber werden keine relevanten Niederschläge mehr erwartet.

Die Hochwasserwellen verlagern sich weiter flussabwärts, das Hochwassergeschehen wird sich nicht verschärfen, so der Hochwassernachrichtendienst in der Beurteilung der Gesamtlage für Bayern.

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Hochwasserwarnstufe 1 und 2 herrschte heute in einigen Regionen Bayerns. Feuerwehren waren im Pumpeinsatz und die Polizei sperrte Straßen. Morgen könnte es entlang der Donau noch kritischer werden. Wegen des Tauwetters herrscht große Lawinengefahr.

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