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Donald Duck: Auch zum 85. Geburtstag trägt der Erpel keine Hose | BR24

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Bemalte Wand mit Donald Duck Figuren

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Donald Duck: Auch zum 85. Geburtstag trägt der Erpel keine Hose

Heute wird Donald Duck 85 Jahre alt. Daran, dass die berühmte Comic-Figur keine Hose trägt, ist der Faltenwurf schuld. Denn der würde die Arbeit erschweren, sagt sein Münchner Zeichner Gulbransson. In Finnland bekam Donald Duck deswegen Probleme.

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Donald Duck trägt nach Einschätzung seines Zeichners aus praktischen Gründen keine Hose. "Donald kommt ja aus dem Zeichentrick, und Hosen behindern in der Animation", sagte der Comic-Zeichner Jan Gulbransson der Deutschen Presse-Agentur in München kurz vor Donalds 85. Geburtstag am 9. Juni. "Es ist auch schwieriger zu zeichnen, weil man auf den Faltenwurf achten muss."

Ohne Hose war Donald Duck in finnischen Bibliotheken verboten

Die fehlende Hose brachte den Erpel in Finnland allerdings schon mal in die Bredouille, wie Gulbransson sagt: "Das ist jetzt echt nicht ausgedacht: In öffentlichen Bibliotheken in Finnland wurden Donald-Comics in den 1970er Jahren verboten, weil Donald keine Hose trägt und seit 40 Jahren mit derselben Frau geht, ohne sie zu heiraten. Was schlimmer war, weiß ich nicht."

Donald Duck ist der berühmteste Erpel der Welt

Gulbransson ist einer der wenigen deutschen Disney-Zeichner und verfasst seit fast 40 Jahren Donald-Duck-Comics. Es scheint eine Art Schicksalsgemeinschaft zu sein. Gulbransson hat fünf Tage vor Donald Geburtstag, ist gerade 70 geworden, und kennt den vielleicht berühmtesten Erpel der Welt wie kaum ein anderer.

Zeichentrickfilm-Karriere startet 1934 mit einer Nebenrolle

Am 9. Juni 1934 war in den USA der erste Zeichentrickfilm mit der tollpatschigen Comic-Ente erschienen. In "The Wise Little Hen" ("Die kluge kleine Henne") hatte Donald Duck nur eine Nebenrolle. Aber das war sein Karrierestart. Neben Micky Maus mauserte sich die Disney-Ente schnell zum Star mit Fans in aller Welt.

Als erste Comic-Figur einen Stern auf dem Walk of Fame

Die wohl berühmteste Ente der Welt hinkt der berühmtesten Maus immer ein wenig hinterher. Micky Maus war gerade mal 50 Jahre alt, als sie 1978 als erste Comic-Figur auf Hollywoods "Walk of Fame" mit einer Sternenplakette verewigt wurde. Donald Duck musste bis zum 70. Jubiläum warten, ehe dem Disney-Enterich 2004 diese Ehre zuteilt wurde.

Erst Micky Maus – jetzt Donald Duck

Micky Maus wurde im vorigen Jahr - zum 90. Geburtstag - als Symbolfigur des Weltkonzerns groß gefeiert. Nun macht es der Erpel mit der blauen Matrosenjacke seinem Freund mit den runden Ohren nach.

Facelift mit 85: Geburtstagsgeschenk der Disney-Strategen

Zum Jubiläum kommt eine gestylte Sammler-Plüschfigur auf den Markt, mit silbernem Schnabel, einer Matrosenjacke aus schwarzem Samt und roter Fliege. Zudem lassen Extra-Ausgaben von Comic-Heften und Fernsehsendungen Donald Duck hochleben.

Donald Duck: niedlich, jähzornig und faul

Nicht schlecht für ein oft launisches Federvieh ohne Hose, das seit seinem Hollywood-Debüt im Jahr 1934 im Handumdrehen zum Weltstar wurde. Micky Maus, der 1928 in dem Kurzfilm "Steamboat Willie" seine Premiere feierte, war in den 30er Jahren bereits ein riesiger Kassenschlager. Sein Erfinder Walt Disney wollte der eher braven Maus eine neue Figur zur Seite stellen: Donald sah niedlich aus, konnte aber jähzornig und stinkfaul sein.

Ente mit Großfamilie in Entenhausen

Ein Pechvogel mit Missgeschicken und Wutausbrüchen - vielleicht machten ihn gerade seine menschlichen Unvollkommenheiten in aller Welt so beliebt. Und dann ist da noch seine große Sippschaft in Entenhausen, ebenfalls aus der Feder des legendären US-Zeichner Carl Barks: der reiche Geizkragen-Onkel Dagobert Duck, die drei kleinen Neffen Tick, Trick und Track, die hübsche Freundin und Dauerverlobte Daisy und der erfinderische Daniel Düsentrieb.

Grübel, Juchz, Freu: Comicsprache aus Rostock

Ob Anders And in Dänemark, Kalle Anka in Schweden, Paolino Paperino in Italien oder Donald Duck - auch außerhalb von Hollywood hat die Ente viele Fans, vor allem in Deutschland. Die in Rostock geborene Übersetzerin Erika Fuchs (1906- 2005) legte der Ente als Chefredakteurin des Micky-Maus-Magazins ab den 1950er Jahren die deutschen Worte in den Schnabel. Mit verkürzten Ausdrücken wie "Grübel", "Juchz" oder "Freu" erfand sie eine eigene Comic-Sprache für die Hefte.

Donald Duck im Kampf gegen die Nazis

1943 gab Donald Duck seinen Entenschwanz auch für einen Anti-Nazi-Propagandafilm her. In "The Fuehrer's Face" sieht er sich wie in einem Alptraum als Arbeiter, der am Fließband für die Nazis Bomben montiert. Der Film brachte Disney einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm ein. Nicht einmal zehn Jahre war Donald Duck damals alt. Und nun ist die Ente mit dem zweiten Vornamen Fauntleroy weit über 80. Was würde Donald wohl dazu sagen? Vielleicht "Uff, ächz, seufz".

Veränderungen: Die Ducks haben jetzt auch ein Handy

„So wie er ist, ist er gut. Vom Charakter kann er sich nicht ändern, weil er sich selber treu ist und es auch sehr schade wäre, wenn man ihn ändern würd“, sagt sein Zeichner Jan Gulbransson . „Was sich geändert hat, ist das technische Equipment, das er hat. Es gibt halt jetzt - um es auf einen Nenner zu bringen - Handys. Und das hat natürlich Einfluss auf die Geschichten.“

SMS sind Donald Duck zu teuer

„In Gefahrensituationen können die Ducks nun Hilfe rufen. In einer meiner Geschichten, die in Österreich spielt, erreichen die Notrufe Dagobert zum Beispiel nicht, weil er sein Handy ausgestellt hat. SMS sind ihm einfach zu teuer“. Comic-Zeichner Jan Gulbransson
© dpa-Bildfunk/Sina Schuldt

Der Münchner Zeichner Jan Gulbransson verfasst seit fast 40 Jahren Donald-Duck-Comics.