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Dominoeffekt: Strafzinsen für Privatkunden in Ostbayern? | BR24

© BR, Lisa Hinder

Strafzinsen bald auch für Kleinsparer?

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    Dominoeffekt: Strafzinsen für Privatkunden in Ostbayern?

    Meldungen über mögliche Strafzinsen für Kleinsparer verunsichern aktuell auch die Menschen in Ostbayern. Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks halten sich viele Banken bedeckt. Eines ist klar: Sie fürchten einen Dominoeffekt.

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    Das anhaltend niedrige Zinsniveau belastet die Banken mit Strafzinsen auf Einlagen bei der Notenbank. Wie eine Recherche des Bayerischen Rundfunks in Ostbayern ergab, geben die meisten Banken momentan diese Kosten in erster Linie nur an Gewerbekunden ab. Sollte sich die Lage, wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) angedeutet, weiter verschärfen, könnte dies auch zu Strafzinsen auf breiter Ebene führen.

    Angst vor Dominoeffekt

    Die Banken in Ostbayern halten sich bei diesem sehr sensiblen Thema relativ bedeckt. Klar ist, dass, wenn eine Bank damit beginnen würde Strafzinsen für Privatkunden einzuführen, es zu einem Dominoeffekt mit unabsehbaren Folgen käme.

    Ostbayerische Kleinzahler demnächst von Strafzinsen betroffen?

    Laut Aussage von Stefan Proßer, Sparkasse Freyung-Grafenau, werde momentan ein Verwahrentgelt für Firmen und gewerbliche tätige Organisationen ab einer Einlage von 250.000 € umgesetzt. Privatkunden seien derzeit nicht davon betroffen.

    Anlageberatung statt Zinsverlust

    Da Gelder auf Girokonten oder Tageskonten nicht verzinst werden, sondern an Wert verlieren, versuche man in der Sparkasse Freyung-Grafenau, mit einer entsprechenden Anlageberatung derartige "Strafzinsen" zu vermeiden. Man prüfe alle Möglichkeiten von Kosteneinsparungen oder Ertragsmöglichkeiten.

    Weitere Verschärfung von Strafzinsen träfe auch Privatanleger

    Wenn die Einlagenüberschüsse steigen, die Zinsen aber noch lange negativ bleiben, oder- nach Aussage der Europäischen Zentralbank (EZB) - eher noch weiter fallen, müsse auch über Negativzinsen für Privatanleger nachgedacht werden.

    "Wir analysieren die Zins- und Einlagenentwicklung täglich und entscheiden monatlich neu über das weitere Vorgehen. Aktuell planen wir nicht mit Negativzinsen, können jedoch keine Aussage dazu treffen, wie lange dies gilt." Stefan Proßer, Sparkasse Freyung-Grafenau.

    Lage bei Sparkasse Regensburg

    Ähnlich sieht es bei der Sparkasse Regensburg aus. Dazu Sprecherin Carolin Winkelmeier: "Die Sparkasse Regensburg erhebt bereits seit längerem Verwahrentgelte auf individueller Basis bei gewerblichen Kunden. Pläne, solche Entgelte auch bei Privatkunden einzuführen, gibt es derzeit nicht."

    Wer unternimmt den ersten Schritt?

    Auch die VR Bank Oberpfalz Süd erklärt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass es momentan keine Strafzinsen für Privatkunden gebe. Man beobachte jedoch den Markt sowie die Wettbewerber sehr genau. Generell befürchtet man in der Branche, dass, wenn eine Bank damit beginnen würde, alle anderen gezwungen wäre, nachzuziehen und eine unkontrollierbare Situation entstehen könnte.

    Noch versuchen Banken, keine Lawine auszulösen

    Bei einer weiteren Verschärfung der Zinslage müsse man auch Kleinsparer eventuell mit einem bestimmten Freibetrag ins Visier nehmen. Wie der Münchener Sparkassenchef Ralf Fleischer vor kurzem in einem Zeitungsinterview betonte, versuchen alle Institute bisher, diese Situation zu vermeiden.