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Bildrechte: BR/ Zara Kroiß

In Regensburg ist am Donnerstag das dort bisher größte Mehrfamilienhaus aus Holz eröffnet worden. Bauherr sind die Bayerischen Staatsforsten. Die Fläche unter dem Gebäude wird als Parkplatz verwendet, das Dach dient als Gemeinschaftsgarten.

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Unten parken, oben gärtnern: Haus auf Stelzen wird eröffnet

Ein Regensburger Mehrfamilienhaus, das komplett aus Holz besteht, ist von der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) eröffnet worden. Die Fläche darunter wird als Parkplatz verwendet, das Dach als Gemeinschaftsgarten.

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Von
  • Zara Kroiß

In Regensburg ist am Donnerstag das dort bisher größte Mehrfamilienhaus komplett in Holzbauweise eröffnet worden. Bauherr sind die Bayerischen Staatsforsten, die sich direkt neben dem neuen sechs Millionen teuren Wohnkomplex in der Tillystraße befinden. Etwa 700 Kubikmeter Holz stecken in dem ersten Holzhaus dieser Art in Regensburg, sagte die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) bei der Eröffnung. Bauen mit heimischem Holz sei laut Ministerin der umweltfreundlichste aller Baustoffe und zudem ein wirkungsvoller Klimaspeicher, weil er für Jahrzehnte umweltschädliches Kohlendioxid binde. "Deshalb muss das ökologische Bauen mit Holz in Stadt und Land zum Standard werden", sagte Kaniber bei ihrer Rede.

Stelzenbauweise: unten Parkplatz, oben Gemeinschaftsgarten

Um nachhaltig und flächensparend zu bauen, wurde bei dem klimafreundlich konzipierten viergeschossigen Wohnhaus auf eine Stelzen- und Ständerbauweise gesetzt. So kann der Platz darunter als Parkplatz genutzt werden. Über dem Parkplatz befinden sich drei Wohngeschosse auf insgesamt 900 Quadratmetern. Oben auf dem Dach entstand ein gemeinschaftlicher Dachgarten, auf dem sogenanntes Urban Gardening betrieben wird. Mit dem Dachgarten wolle man der Stadt ein Stück Natur zurückgeben, erklärt Architektin Lisa Schex.

"Wir haben dort bis zu 70 Zentimeter Substrathöhe. Das heißt, wir können dort bis zu 70 Prozent Regenwasser zurückhalten, das dann über natürliche Verdunstung wieder zurückgegeben wird." Lisa Schex, Architektin

Holz gilt als haltbar und widerstandsfähig

Neben vielen verschiedenen Holzsorten wie Fichte, Buche, Eiche und Lärche, die in dem Mehrfamilienhaus verbaut wurden, sticht vor allem das dunkel schillernde Holz der Außenfassade besonders heraus: Bei dem alten japanischen Holzveredelungsverfahren "Yakisugi" wird das Holz, in diesem Fall Fichte, verkohlt.

Laut dem Architekten Thomas Feigl gibt es noch ganz wenig gebaute Beispiele mit einer karbonisierten Fassade: "Das ist hier eines der größten Objekte, die verwirklicht wurden." Neben der außergewöhnlichen Optik hat das Verfahren noch den Vorteil, dass es das Holz haltbar und hoch widerstandsfähig macht - unter anderem gegen Verwitterung oder Schimmelpilzverfall.

Gebäude soll nicht das letzte dieser Art bleiben

Lisa Schex ist sich sicher: Das wird nicht das letzte Haus dieser Art bleiben. Neben dem Dachgarten, der laut der Architektin ein viel geschützterer Aufenthaltsbereich ist, sei auch die Stelzenbauweise die optimale Lösung, um in Zukunft Flächen einzusparen: "Es muss kommen. Wir müssen einfach Flächen intensiver nutzen. Und da gehört es eben auch dazu, dass man Parkplätze überbaut", so Schex.

24 Quadratmeter - 480 Euro Warmmiete

Nach zweieinhalb Jahren Planungs-und Bauzeit sind mittlerweile alle 33 Wohnungen vermietet und zum größten Teil schon bewohnt. Die Mietpreise richten sich laut Schex nach dem Regensburger Mietspiegel: So koste eine circa 24 Quadratmeter große Wohnung 480 Euro warm.

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