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Ex-Banker kämpft gegen Plastik-Flut in Flüssen | BR24

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Pascal Rösler hat eine Mission: er will junge Leute für das kostbare Gut Wasser sensibilisieren.

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Ex-Banker kämpft gegen Plastik-Flut in Flüssen

Früher war er Banker, kurbelte als Unternehmensberater den Umsatz von Firmen an. Heute übt sich Pascal Rösler in Verzicht und kämpft für sauberes Wasser.

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Auf dem Starnberger See beim Stand-Up-Paddeln fing alles an. "Hier habe ich mir vor acht Jahren zum ersten Mal die Sinnfrage gestellt", erzählt Pascal Rösler.

Vom Banker zum Umweltaktivisten

Früher flog Rösler mehrmals pro Woche von Termin zu Termin. Das Geschäft bestimmte sein Leben. Heute ist das Wasser sein Mittelpunkt. Der Ex-Banker ist auf seiner persönlichen Mission: Er kämpft für sauberes Wasser und für ein Umdenken in der Gesellschaft. Umweltverschmutzung dürfe uns nicht egal sein.

"Das Wasser hat mich gelehrt, demütig zu sein und gleichzeitig dem Wasser zu vertrauen, wie man dem Leben vertrauen kann." Pascal Rösler, Umwelt-Aktivist

Das Umdenken bei Pascal Rösler setzte auf einer besonderen Reise mit dem Stand-Up-Board ein. 2017 paddelte er von München aus über die Isar und die Donau bis ins Schwarze Meer. 2.467 Kilometer. 63 Tage. Über diese Tour drehte er einen Film.

Er zeigt, wie stark die Donau mit Müll verschmutzt ist. Und das man auch deshalb ihr Wasser nicht trinken kann. Nach seiner Rückkehr gründet Pascal Rösler den Verein "Pure Water for Generations". Sein oberstes Ziel ist es, das Donau-Wasser in den nächsten Jahren wieder trinkbar zu machen.

Ein Bildungs-Projekt für den Gewässer-Schutz

Mit seinem Film ist er auf Tour. In Kinos, Kirchen, Schulen. Er möchte die Menschen zum Nachdenken bewegen. Auch den Schülerinnen und Schülern der Starnberger Fachoberschule zeigt er seinen Donau-Film. Sie nehmen an Pascals Wasser-Schultag teil.

Ein Bildungs-Projekt, dass der Ex-Banker mit seinem Verein entwickelt hat. Und das er diesen Sommer mit über 1.200 Schülerinnen und Schülern bayernweit durchführt. Pascal und seine Kollegen vermitteln den Jugendlichen, wodurch unsere Gewässer gefährdet sind und was jeder Einzelne im Alltag tun kann, um Wasser zu sparen und sauber zu halten.

Außerdem gehe es darum, Achtsamkeit für sich selbst zu spüren, denn nur so könne man Achtsamkeit für seine Umwelt entwickeln, erklärt Rösler.

"Mich bringt es nochmal in einen neuen Gedankengang. Nachzudenken, was können wir konkret tun. Was müssen wir den Schülern an die Hand geben und auch den Lehrern, um zu sehen, okay, da gibt es eine Veränderung." Pascal Rösler, Umwelt-Aktivist

Vier Tonnen Plastik fließen jeden Tag ins Schwarze Meer

Vier Tonnen Plastikmüll fließen allein jeden Tag mit dem Donau-Wasser ins Schwarze Meer. Mit diesen konkreten Zahlen bringt der Umwelt-Aktivist auch die Schüler auf dem Starnberger See zum Umdenken.

"Am meisten würde ich verändern, dass ich kein Wasser mehr aus Plastikflaschen kaufe, sondern irgendwie eine Festflasche, die ich wiederverwenden kann", erzählt die Schülerin Sophia Deiser. Wenn sie Obst und Gemüse einkaufe, werde sie darauf achten, dass es nicht in Plastik eingewickelt ist.

Ihr Klassenkamerad Samuel Chaichi ergänzt: "Man sollte Wasser auf jeden Fall viel mehr schätzen, und aufpassen, dass man nicht Plastik oder sonst was ins Wasser wirft."

"Jeder kann etwas tun"

Müll einfach mitnehmen, statt ihn liegen zu lassen. Der Ex-Banker nennt das "Nimm3": Nimm drei Sachen, die nicht in die Umwelt gehören, einfach mit und entsorge sie richtig.

"Die große Angst ist ja immer: Ich als Kleiner kann nichts tun. Und das ist der falsche Ansatz. Der richtige Ansatz ist: Jeder kann was tun." Pascal Rösler, Umwelt-Aktivist

Wasser - für Pascal Rösler Lebenselixier und Motor, sein Leben radikal zu verändern. Raus aus der Finanzwelt - rein in den Umweltschutz. Seine Unternehmensberatung hat er inzwischen geschlossen.

Seine unternehmerischen Fähigkeiten und sein berufliches Netzwerk nutzt er jetzt für den Umweltschutz.