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Mehr Bedürftige und Corona-Hygieneregeln: Tafeln am Limit | BR24

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Die Corona-Krise macht den Tafeln schwer zu schaffen: Durch die schlechte Wirtschaftslage sind deutlich mehr Menschen auf das Angebot angewiesen. Hinzu kommen die Hygienevorschriften, die die Ehrenamtlichen ans Limit bringen.

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Mehr Bedürftige und Corona-Hygieneregeln: Tafeln am Limit

Die Corona-Krise macht den Tafeln schwer zu schaffen: Durch die schlechte Wirtschaftslage sind deutlich mehr Menschen auf das Angebot angewiesen. Hinzu kommen die verschärften Hygienevorschriften, die die Ehrenamtlichen ans Limit bringen.

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Die Tafeln in Bayern sind stark durch die Corona-Krise beeinträchtigt. Hygienevorschriften und mehr Tafel-Kunden stellen die Mitarbeiter vor große Herausforderungen und einen riesigen organisatorischen Aufwand. "Es geht schon mit der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten los“, sagt Peter Zilles, Vorsitzender der Tafel Bayern e.V.. Viele Tafeln hätten gar nicht die Möglichkeit, weiterhin ihre Räumlichkeiten zu nutzen, da diese den Hygieneansprüchen nicht gerecht würden. Deshalb weichen sie auf eine Ausgabe im Freien aus.

Hinzu kommt, dass für jede einzelne Tafel ein Hygienekonzept erstellt werden muss, an das sich die Kunden halten müssen.

Mehrbelastung der Ehrenamtlichen

Dadurch, dass viele Tafeln in sehr beengten Räumen zu Hause sind, können aufgrund der Hygienemaßnahmen nur einige wenige Ehrenamtliche zusammenarbeiten, wo vor der Pandemie viele Hände ineinandergegriffen hätten, sagt Peter Zilles. Dadurch dauere die Ausgabe und die Arbeit der Ehrenamtlichen länger. Auch bei den Sammeltouren der Waren schränke Corona die Helferinnen und Helfer ein. So dürfen diese nur noch zu weit auf Tour gehen und müssen mit den oftmals schweren Paletten ohne weitere Unterstützung zurechtkommen.

Neue Bedürftige durch Corona

Durch die Corona-Krise nehmen neue Bedürftige das Angebot der Tafeln wahr. Ein Trend, der sich in ganz Bayern bemerkbar macht. Der Zuwachs muss durch die 169 Tafeln in Bayern aufgefangen werden. "Die Tafel habe extrem flexible Mitarbeiter – wir schaffen das“, sagt Vorsitzender Zilles optimistisch. Auch Ernst Gehling, Organisator der Tafel in Schweinfurt, zeigt sich zuversichtlich: "Mit unseren Ehrenamtlichen können wir locker 10 – 15 Personen am Tag mehr versorgen."

© BR / Florian Schwegler

Corona-Krise: Tafeln am Limit

Am Anfang der Pandemie: Ansturm auf die Tafeln

Vor allem am Anfang der Pandemie war der Sturm auf die Tafeln groß, sagt Ernst Gehling von der Schweinfurter Tafel . "Es waren regelrecht Massen von Menschen, die zu uns kamen“, berichtet er. Die hätte vor allem daran gelegen, dass in den "normalen“ Supermärkten viele Produkte ausverkauft waren und die Menschen Angst gehabt hätten, gar nichts mehr zu bekommen, fügt Peter Zilles hinzu. Inzwischen habe sich dies aber wieder weitestgehend normalisiert.

Caritas gibt Essen mit Food Truck-Anhänger aus

Ein weiteres Beispiel für Essensausgabe in Zeiten von Corona liefert die Caritas in München. Diese hat einen Anhänger in der Stadt aufgestellt und gibt von dort jeden Tag 400 Mahlzeiten aus. Zum Vergleich: Im März waren es gerad einmal 111.

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