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Distanzunterricht gefährdet Ausbildung für Goldschmiede | BR24

© Anna Balzer

Silber wird an einer Esse geschmolzen.

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    Distanzunterricht gefährdet Ausbildung für Goldschmiede

    Einen Brandbrief an Kultusminister Piazolo haben Schüler mehrerer kunsthandwerklicher Berufsfachschulen geschrieben. Sie sehen durch den Distanzunterricht ihre Ausbildung gefährdet. Die Initiative ging von der Schmuckfachschule in Neugablonz aus.

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    Von
    • Andrea Trübenbacher

    Sie stehen an der Esse und schmelzen Silber. Sie wickeln Perlen aus Glas. Und sie emaillieren Broschen. Dafür brauchen die angehenden Gold- und Silberschmiede, die Graveurinnen und Glasmaler der staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz ihre Werkstätten an der Schule. Jetzt sind die Schulen aber wegen der Corona-Pandemie erneut geschlossen. Auch in Neugablonz gibt es nun nur noch Distanzunterricht. Unterricht in den Werkstätten ist nicht mehr erlaubt – auch nicht für die Abschlussklassen. Deswegen haben die Schüler jetzt einen offenen Brief an Kultusminister Piazolo geschrieben.

    Keine grundsätzliche Kritik an den Corona-Maßnahmen

    Gleich am Anfang stellen die Schülerinnen und Schüler von sieben kunsthandwerklichen Berufsfachschulen in Bayern klar, dass sie nicht gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind. Sie bitten nur darum, dass man im Kultusministerium die Berufsfachschulen differenziert betrachtet und vor allem eine Lösung für die Abschlussjahrgänge findet, die ohne den praktischen Unterricht nur schwer die Prüfungen im Juni und Juli ablegen könnten. Denn man habe ja im Gegensatz zu anderen Berufsschulen keinen Ausbildungsbetrieb, um dort die praktische Arbeit zu lernen.

    Argumente für eine Öffnung der Schulen

    Die Schülerinnen und Schüler haben in dem Brief auch Argumente geliefert, warum ihrer Ansicht nach eine Öffnung der Schulen, zumindest für den praktischen Unterricht möglich wäre. Schülersprecherin Anna Balzer und Lena Hochstraßer sagten dem BR, die Klassen seien oft klein und in den Werkstätten sei es gut möglich, Abstand zu halten. Außerdem seien viele der Schüler für den Unterricht von ihren Familien weggezogen, hätten also auch dort weniger Kontakt. Auch arbeite man ja im Gegensatz zu anderen Berufsfachschulen nicht in einem Betrieb mit, habe also auch hier keinen Kontakt zu Kollegen.

    Warten auf Reaktion des Kultusministeriums

    Bisher gab es noch keine Reaktion des Ministeriums auf den offenen Brief der Kunsthandwerkschüler. Gleich in der ersten Januarwoche hatten sie ihn an Kultusminister Piazolo geschickt. Ihnen sei klar, dass man im Ministerium mit dem Distanzunterricht an allen Schulen viel zu tun habe, erklärten Anna Balzer und Lena Hochstraßer, aber sie hofften nun eben, dass ihr Anliegen Gehör findet und sie auch jetzt noch alles lernen könnten, was sie für ihre Gesellenprüfung können müssen.

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