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Diskussionen und Proteste wegen geplantem Solarpark in Darstadt | BR24

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Solarpark oder grüne Wiese? Im Ochsenfurter Stadtteil Darstadt ist ein70 Hektar großer Solarpark geplant. Doch bei vielen Anwohnern sorgen die Pläne für Unmut und Proteste. Im Ochsenfurter Stadtrat wurde daher lange über das Thema diskutiert.

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Diskussionen und Proteste wegen geplantem Solarpark in Darstadt

Solarpark oder grüne Wiese? Im Ochsenfurter Stadtteil Darstadt ist ein 70 Hektar großer Solarpark geplant. Doch bei vielen Anwohnern sorgen die Pläne für Unmut und Proteste. Im Ochsenfurter Stadtrat wurde daher lange über das Thema diskutiert.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Im Ochsenfurter Stadtteil Darstadt im Landkreis Würzburg ist ein riesiger Solarpark geplant. Insgesamt etwa 70 Hektar könnten auf zwei Flächen nördlich und südlich von Darstadt mit Solarmodulen bebaut werden. Am Donnerstagabend stand das Thema erneut auf der Tagesordnung im Ochsenfurter Stadtrat: Mehr als anderthalb Stunden wurde diskutiert.

Stadt will Energiewende mitgestalten

Zunächst ging es in der Sitzung des Stadtrats lediglich um einen Grundsatzbeschluss, also eine Handlungsempfehlung für künftige Projekte dieser Art. "Die Frage, die wir uns als Stadtverwaltung stellen, ist, wie gehen wir mit der gesellschaftlichen Aufgabe der Energiewende um. Es ist an der Zeit, an der Basis dazu beizutragen", sagte Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks (UWG) zu Beginn des Tagesordnungspunktes. "Noch sind wir nur in der Planung. Wenn wir Entscheidungen getroffen haben, suchen wir in jedem Fall das Gespräch mit den Beteiligten." Für die 70 Hektar große Photovoltaik-Fläche würde laut Bürgermeister Juks sprechen, dass ein Teil der Wertschöpfung bei der Stadt bleibt, nämlich in Gestalt der Gewerbesteuer.

Bürgerinitiative bei Stadtratssitzung vertreten

Mit dabei bei der Sitzung in der Dreifachturnhalle in Ochsenfurt waren auch rund 35 Mitglieder einer Bürgerinitiative von Anwohnern aus Darstadt. Sie sind gegen den geplanten Solarpark auf der grünen Wiese – und machten das während der Sitzung auch lautstark deutlich. Im Oktober, unmittelbar nachdem die Pläne in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 13. Oktober vorgestellt worden waren, hatte sich die Bürgerinitiative gegründet. Mehr als die Hälfte der Dorfbewohner sind in der Initiative versammelt. Die Bürgerinitiative will nun Unterschriften sammeln, um ein Bürgerbegehren voran zu bringen. 850 Unterschriften sind dazu nötig.

Antrag: Blühflächen zwischen Solarflächen

Nach derzeitigem Stand sollen zwischen dem Solarpark und der nächsten Wohnbausiedlung 200 Meter frei bleiben. Den Anwohnern ist das allerdings zu wenig. Von der Stadtrats-SPD gab es außerdem einen Antrag, nach dem maximal 40 Hektar zusammenhängende Fläche mit Photovoltaikanlage bebaut werden sollen. Dieser Antrag wurde im Stadtrat einstimmig angenommen. Zwischen den Photovoltaik-Flächen sollen Blühflächen oder Hecken entstehen. Die SPD-Fraktion sprach sich zudem dafür aus, dass seitens des Betreibers, der Pächter und der Anwohner Kompromisse gefunden werden.

Die Grünen-Fraktion kritisierte, dass man sich bislang kaum mit den Belangen der Bürgerinitiative auseinandergesetzt habe: "Die Uneinigkeiten hätten wir umgehen können, wenn wir uns vorher besser abgesprochen hätten", so Iris Eisenmann-Tappe.

Böden bei Darstadt kärger als in Nachbarorten

Der Solarpark entspräche etwa vier Prozent der Gesamtfläche Ochsenfurts (6.300 Hektar) und rund 20 Prozent der Darstädter Siedlungsfläche. Laut Bürgermeister Juks seien die Flächen bei Darstadt besonders geeignet, weil die Böden kärger sind, weniger gut nutzbar für Zuckerrüben etwa als in Hopferstadt oder Erlach.

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