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Bildrechte: © TUM LAREG. CC BY-ND

Geben die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ebersberg grünes Licht für einen Windpark im Ebersberger Forst? Mit mehreren Bürgerdialogen geht die Diskussion darüber jetzt in die heiße Phase. Das Windkraft-Projekt ist umstritten.

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Diskussion um Windkraft im Ebersberger Forst geht in heiße Phase

Das geplante Windkraft-Projekt im Ebersberger Forst ist umstritten. Mit fünf Windrädern soll erneuerbare Energie produziert werden. Doch Gegner fürchten um ihren Klimawald. Mit Bürgerdialogen geht die Diskussion jetzt in die heiße Phase.

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Von
  • Lorenz Storch

Es ist eines der wenigen Windkraftprojekte, die in Bayern überhaupt noch vorangetrieben werden. Die Green City AG will im Ebersberger Forst fünf Windräder bauen und Genossenschaften und Bürgern vor Ort zur Beteiligung anbieten. Zuvor sind mehrere Online-Diskussionsrunden geplant.

Bürgerdialog wegen Corona im Netz

Zwei Monate vor dem geplanten landkreisweiten Bürgerentscheid zur Windenergie im Ebersberger Forst hat der Landkreis am Donnerstag mit einem ersten Bürgerdialog angeboten, der corona-bedingt online stattfand. Zwei weitere Termine sind für die kommenden Wochen geplant. Der Bürgerentscheid am 16. Mai hat für Jens Mühlhaus, Vorstand der Green City AG, Signalwirkung für ganz Bayern. Im Großraum München sieht er Nachholbedarf in Sachen Windkraft: "Ich finde es wichtig, dass man auch in der Heimat direkt dezentral erneuerbar produziert."

Windkraft in Oberbayern wird kommen und muss kommen, wenn wir tatsächlich von der Kohle und vom Gas weg wollen. Jens Mühlhaus, Vorstand Green City AG

10H-Abstandsregel lässt sich nur mit Windrädern im Wald einhalten

Weil die Anlagen an einer bestehenden, breiten Forststraße geplant sind, müsste weniger Wald gerodet werden als bei anderen Waldwindparks. Die geplanten Windräder halten die in Bayern geltende 10H-Regel ein. Diese erschwert die Genehmigung von Windrädern, wenn sie nicht mindestens zehn Mal so weit von der nächsten Siedlung entfernt liegen, wie sie hoch sind. Das Projekt im Ebersberger Forst wurde deswegen extra noch einmal umgeplant, und die Windräder tiefer in den Staatsforst verschoben.

Schutzgemeinschaft will keine Windräder im Forst

Von genau solchen Einflüssen soll der Ebersberger Forst frei bleiben, fordert die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst. Der Verein setzt sich bereits seit den 1960er Jahren dafür ein, den Forst von Bauprojekten frei zu halten. Auch Windräder haben dort nichts verloren, findet die Vorsitzende Kerstin Mertens.

Der Ebersberger Forst ist in Süddeutschland das größte zusammenhängende Waldgebiet im Flachland, ein intakter Klimawald und ein wichtiges Naherholungsgebiet. Kerstin Mertens, Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst

Wenn der Landkreis Ebersberg die Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet jetzt ändert, fürchtet die Schutzgemeinschaft einen Dammbruch, der weitere Projekte nach sich ziehen könnte - mehr Windräder zum Beispiel, oder auch Umgehungsstraßen.

Windräder zentral für Energiewende im Landkreis

Das werde vertraglich ausgeschlossen, versichert der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Er spricht sich für die Windräder aus, hatte jedoch auch versprochen, das Projekt nicht ohne Bürgerentscheid durchzuziehen. Der Landkreis hat das Votum selbst veranlasst – obwohl sich der Kreistag bereits mit großer Mehrheit für die Windräder ausgesprochen hat.

Die Windräder im Forst sind ein zentraler Bestandteil des Energiewendekonzepts im Landkreis Ebersberg, sie könnten rechnerisch ein Fünftel der Haushalte dort mit Strom versorgen.

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