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Eine Seniorin mit einem Geldbeutel in der Hand (Symbolbild)

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Diskussion um Rente mit 68: Verbände in Oberpfalz üben Kritik

In der Oberpfalz werden Rentenkürzungen und ein unstabiles Rentensystem als Folgen gesehen, wenn das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre erhöht wird. Der Sozialverband VdK fordert, dass auch andere Berufsgruppen in die Rentenkasse einzahlen sollen.

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Von
  • Kilian Neuwert

Auch in der Oberpfalz kritisieren Gewerkschaften und Sozialverbände die Überlegungen zur "Rente mit 68". Der Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für die Oberpfalz, Christian Dietl, bezeichnete den Vorstoß im BR-Interview als "nicht haltbar".

Gewerkschafter befürchtet Rentenkürzungen

Gewerkschaftsfunktionär Dietl fürchtet eine Rentenkürzung: Nicht jeder könne so lange arbeiten. Aber jeder, der früher in Rente gehe, müsse Abschläge in Kauf nehmen. Das sei unsozial und biete keine Perspektive für die Menschen, so Dietl wörtlich. Eng werde es zudem für diejenigen, die etwa aus gesundheitlichen Gründen früher aufhören müssen zu arbeiten. "Hier wird oft die private Vorsorge als Allheilmittel propagiert," meint Dietl. "Aber genau diejenigen sind natürlich oft auch die, die wenig verdienen und niedrige Renten haben. Die schaffen es zum Teil mit ihrem Einkommen nicht, privat vorzusorgen."

Forderung: Jeder soll in gesetzliche Rentenversicherung einzahlen

Auch der Sozialverband VdK in der Oberpfalz sieht die Überlegungen zur Rente mit 68 kritisch. Ein Sprecher sagte dem BR, das Rentensystem könne so nicht stabilisiert werden. Der VdK fordert hingegen, dass alle in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen - also auch Beamte oder Selbstständige.

Rente mit 68 aktuell in der Diskussion

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hatte am Montag ein Gutachten zur gesetzlichen Rentenversicherung veröffentlicht. Die Wissenschaftler sagen darin Finanzierungsprobleme voraus und schlagen eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vor. Einer der Kernpunkte ist die Idee, das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln und somit von 67 auf 68 Jahre zu erhöhen.

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Soll die Rente mit 68 eingeführt werden? Stimmen aus Regensburg.

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