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Diskussion um Notfallversorgung im Krankenhaus Werneck | BR24

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Wenn ein Krankenhaus Notfälle aufnimmt, müssen auch Chirurgen, Internisten und Anästhesisten parat sein. Sonst drohen Kürzungen der Gelder. Kleine Häuser und Fachkliniken im ländlichen Raum bringt das in Not.

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Diskussion um Notfallversorgung im Krankenhaus Werneck

Das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck (Lkr. Schweinfurt) reagiert auf gesetzliche Veränderungen in der Notfallversorgung. Die Klinikleitung will in Zukunft eigene Wege gehen.

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Seit diesem Jahr gelten bei der Notfallversorgung für Kliniken neue Regeln. Es wurde ein Stufensystem eingeführt, nach dem die Vergütung verteilt wird - Kriterien sind beispielsweise die Anzahl der verfügbaren Ärzte oder die vorhandenen technischen Geräte. Je besser eine Klinik ausgestattet ist, desto höher fällt die Vergütung aus. Jedoch werden auch Gelder entzogen, wenn die Basiskriterien nicht erfüllt werden können. Gerade für viele kleine Krankenhäuser oder Fachkliniken im ländlichen Raum wird die Notfallversorgung damit noch unrentabler als bisher.

Eingeschränkte Öffnungszeiten

Das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck will sie dennoch aufrechterhalten. Anstatt die defizitäre Notfallversorgung angesichts der zusätzlichen finanziellen Belastung ersatzlos zu schließen, werden lediglich die Öffnungszeiten der Ambulanz angepasst: nicht rund um die Uhr, sondern mit festen Sprechzeiten - dafür aber weiterhin an 365 Tagen im Jahr. Ab 1. April wird die Ambulanz an Werktagen nur noch von 8 bis 16 Uhr geöffnet sein und an Wochenenden von 11 bis 13 Uhr. Jedes Jahr werden dort rund 3.700 Patienten behandelt – von der Platzwunde bis zur Sportverletzung.

© BR - Julia Kuhles

Das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck (Lkr. Schweinfurt) reagiert auf gesetzliche Veränderungen in der Notfallversorgung. Die Klinikleitung will in Zukunft eigene Wege gehen.

Minusgeschäft Notfallversorgung

Der Hintergrund: Notfallversorgung ist nie kostendeckend. Bereits jetzt macht das Krankenhaus Werneck dadurch pro Jahr ein Minusgeschäft von einer halben Million Euro. Durch die neue Gesetzesregelung wird das Krankenhaus aber mit weiteren geschätzten 260.000 Euro belastet. Denn wer wie Werneck keine eigenen Abteilungen für Innere Medizin und Chirurgie im Haus hat, muss für jeden stationär behandelten Patienten 60 Euro an die Krankenkassen bezahlen. Gerade schwächere Krankenhäuser, die bereits rote Zahlen schreiben, könnte das in die Schließung treiben, befürchtet Professor Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck.

"Ich glaube nicht, dass die 60 Euro am Ende beim Patienten ankommen und das Angebot oder die Qualität in den anderen Kliniken verbessert wird. Dazu fehlt schlichtweg schon das Personal." Prof. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck
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Autor
  • Julia Kuhles
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