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Mehrere Parteien aus Dinkelsbühl suchen Oberbürgermeisterkandidaten via Zeitungsannonce. Das hat großes Medienecho ausgelöst.
© Süddeutsche Zeitung, Foto: BR-Studio Franken/Franz Engeser
© Süddeutsche Zeitung, Foto: BR-Studio Franken/Franz Engeser

Mehrere Parteien aus Dinkelsbühl suchen Oberbürgermeisterkandidaten via Zeitungsannonce. Das hat großes Medienecho ausgelöst.

Die Dinkelsbühler Stadtratsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie eine Gruppe "engagierter Bürger" suchen derzeit per Zeitungsanzeige einen Oberbürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im März 2020. Seitdem die Annonce am Samstag in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist, steht das Telefon des SPD-Ortsvorsitzenden Bernd Lober nicht mehr still. Statt Bewerbern melden sich allerdings vorwiegend Journalisten.

SPD: Vorteile für auswärtigen Kandidaten

Dass die Kandidatensuche durch das Interessenbündnis "Zusammen für DKB“ derart hohe Wellen schlägt, verwundert SPD-Mann Lober. "Das ist schon längst keine unübliche Vorgehensweise mehr, um Bewerber für kommunalpolitische Ämter zu gewinnen", meint Lober. Es sei oft schwierig, potenzielle Kandidaten in der eigenen Stadt zu finden. Ein auswärtiger Bewerber sei dagegen ein "unbeschriebenes Blatt". Da falle es leichter, sich gut zu verkaufen, sich im Wahlkampf zu positionieren und bei den Bürgern zu punkten. Bei einheimischen Kandidaten kenne der Wähler aber nicht nur die Stärken, sondern möglicherweise auch die Schwächen.

Hammer will erneut kandidieren

Bei den vergangenen Kommunalwahlen im Jahr 2014 war nur der damals amtierende Oberbürgermeister Christoph Hammer (CSU) zur Wahl gestanden. Dieser hat im Gespräch mit dem BR sein Interesse an einer erneuten Kandidatur bestätigt. Die Christsozialen werden im Februar ihren Oberbürgermeisterkandidaten nominieren. Die Freien Wähler haben nach eigenen Angaben bislang drei Bewerber ausgemacht, einer von ihnen stamme aus Dinkelsbühl. Beim Bündnis "Zusammen für DKB" hat sich bis zum Montagvormittag (21.01.19) ein Interessent gemeldet.

"Ganz normaler demokratischer Prozess"

CSU-Ortsvorstand Manfred Scholl zeigte sich über das Medienecho amüsiert. Er begrüßt, dass SPD und Freie Wähler bei der Oberbürgermeisterwahl eigene Kandidaten ins Rennen schicken wollen. Schließlich sei es ein "ganz normaler demokratischer Prozess", wenn bei einer Wahl mehr als nur ein Kandidat antrete.

Auch Freie Wähler suchen OB-Kandidaten

Wie der 1. Vorsitzende der Freien Wähler Dinkelsbühl, Alexander Wendel, dem BR schriftlich mitgeteilt hat, sucht auch seine Partei seit Ende des vergangenen Jahres einen geeigneten Kandidaten für die OB-Wahl 2020. Derzeit habe seine Partei drei potenzielle Kandidaten zur Auswahl, über die im internen Gremium derzeit noch beraten werde.