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Dillinger Pfarrer kämpft für Stellen-Erhalt in Asylberatung | BR24

© BR/Judith Zacher
Bildrechte: Evang.-Luth. Pfarramt Dillingen-Höchstädt a.d. Donau

Dillinger Pfarrer kämpft für Stellen-Erhalt in Asylberatung

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Dillinger Pfarrer kämpft für Stellen-Erhalt in Asylberatung

Eineinhalb von insgesamt drei Stellen in der Flüchtlingsberatung weniger: Dagegen kämpft Dillingens Pfarrer Manuel Kleiner. Die Lösung könnte ein neuer Arbeitgeber für einen Asylberater sein.

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Von
  • Judith Zacher
  • Alexander Brutscher

Die evangelische Kirchengemeinde, vertreten durch Pfarrer Manuel Kleiner, hat sich gemeinsam mit dem Dillinger Asylhelferkreis in den vergangenen Wochen und Monaten mit viel Engagement für den Erhalt von eineinhalb Stellen in der Asylberatung eingesetzt und jetzt eine Teillösung gefunden.

Kirche als neuer Arbeitgeber

Neuer Arbeitgeber wird die evangelische Kirche in Dillingen. Finanziert wird die Stelle, wie auch schon bisher, zu einem großen Teil durch eine staatliche Förderung. Der Fehlbetrag von etwa 15.000 Euro soll durch Zuschüsse der Stadt Dillingen, des Landkreises, möglicherweise auch noch anderer Gemeinden aus dem Landkreis sowie Spenden, u.a. des Lions Clubs und von Mitgliedern des Asylhelferkreises, finanziert werden. Noch steht die Finanzierung aber nicht komplett. Außerdem ist sie nur auf 30 Stunden pro Woche ausgelegt, bisher war es eine Vollzeitstelle.

"Arbeit der Ehrenamtlichen wegen Corona sowieso schon stark eingeschränkt"

Georg Schrenk vom Asylhelferkreis hat sich ebenfalls vehement für den Erhalt der Stelle ausgesprochen: Wegen Corona sei die Arbeit der Ehrenamtlichen sowieso schon stark eingeschränkt, die Flüchtlinge seien sehr stark betroffen durch die Einschränkungen, sei es beim Home-Schooling oder auch wegen der fehlenden Beratungen. Ehrenamtliche gebe es ohnehin schon zu wenige, die meisten von ihnen seien Senioren und müssten sich deshalb besonders in Acht nehmen in dieser Zeit. Hier spiele Dieter Kogge, dessen Stelle zuerst hätte gestrichen werden sollen, eine wichtige Rolle. Man könne hier nicht noch mehr auf den Schultern der Ehrenamtlichen ablegen, so Schrenk.

Pfarrer Manuel Kleiner betont außerdem, dass Dieter Kogge für die Beratung traumatisierter Flüchtlinge sehr wichtig sei. Das sei eine Aufgabe, die Ehrenamtliche nicht übernehmen könnten. Außerdem sei Kogge sehr gut vernetzt, was oft zu einer schnellen Lösung von Problemen beitrage.

Drei Stellen für 900 Flüchtlinge

Derzeit gibt es drei Stellen für die Unterstützung der rund 900 Flüchtlinge im Landkreis. Die Diakonie wird eine davon zum 1.1.2021 streichen, eine weitere zum 1.4.2021 Möglich ist das, weil die Verträge der Beschäftigten befristet waren. Durch den Einsatz des evangelischen Pfarrers konnte zumindest eine der Stellen erhalten bleiben. Die Finanzierung ist jedoch nur für ein Jahr gesichert.

Für 2022 weitere Kürzungen erwartet

Der bisherige Arbeitgeber, das Diakonische Werk im Dekanat Neu-Ulm, ist zuständig für die Kreise Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Es unterhält derzeit elf Stellen im Bereich Migration in diesem Bereich. Bis Ende des Jahres müssen 2,5 Stellen abgebaut werden, 2022 werden weitere Kürzungen erwartet, heißt es in einer Mitteilung. Hintergrund sei ein hohes Defizit bei der Finanzierung der Stellen. Zuerst würden Stellen gestrichen, die sowieso befristet waren. 1,5 von den 2,5 abzubauenden Stellen werden in Dillingen wegfallen.

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