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Jungen mit Ipad am Dillinger Sailer-Gymnasium
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Autoren

Judith Zacher
Beate Mangold
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Jungen mit Ipad am Dillinger Sailer-Gymnasium

Die Digitalisierung an deutschen Schulen sollte eigentlich in diesen Tagen einen neuen Schub bekommen. Im Zuge des Digitalpaktes sollten die Bundesländer über eine Grundgesetzänderung Geld vom Bund bekommen. Damit sollten die Schulen dann mit dem nötigen Equipment ausgestattet werden. Doch Bayern hat dies zusammen mit den 15 anderen Bundesländern erstmal abgelehnt.

Whiteboards und iPads statt Projektoren

Für die bayerischen Schulen ist das Thema aber schon jetzt drängend. Am Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium wird schon seit Jahren mit moderner Technik gearbeitet. Im Zuge eines Umbaus werden nun auch die letzten Tageslichtprojektoren aussortiert und durch Whiteboards und iPads ersetzt.

Lehrer lassen sich von Schülern helfen

Für die Schüler ist die neue Technik kein Problem. Fast jeder von ihnen hat mittlerweile ein Smartphone – im Tippen und Wischen sind sie geübt. Bei den Lehrern sieht das schon anders aus. Linus Bäcker aus der Oberstufe gibt unumwunden zu, dass sich die Lehrer öfter von den Schülern helfen lassen, wenn mal etwas nicht funktioniert.

Digitale Technik vor dem Unterricht üben

Für viele Lehrer ist es nämlich nicht so einfach. Sie können nicht alle intuitiv mit den Geräten umgehen. Deutsch- und Geschichtslehrer Stefan Weber rät deshalb dazu, vor dem Unterricht zu üben.

"Als Lehrer wird man sicher die Stunde vorher oder auch in den Ferien kommen müssen, um das Ganze mal selbst zu testen. Nur so kann das in der Stunde dann funktionieren." Deutsch- und Geschichtslehrer Stefan Weber

Zum Geld braucht es auch ein Konzept

Täglich lernt auch Direktor Kurt Ritter bei der neuen Technik dazu. Und er hält es für dringend notwendig, die Schüler fit für die digitale Welt zu machen. Die Digitalisierung sei inzwischen so weit vorangeschritten, dass Deutschland hinterherhinke. Nun sei es enorm wichtig, langsam aufzuholen. Allerdings: Nur das Geld zur Verfügung zu stellen, wie es jetzt im Digitalpakt vorgesehen ist, reiche nicht aus.

"Das Ganze mit dem Füllhorn ohne Konzept breit zu streuen, halte ich für sehr problematisch, da sicher nicht an jeder Schule Medienprofis sitzen. Es wäre sehr hilfreich, wenn man eine Grundausstattung herausgibt und sagt, das ist etwas, mit dem kann man arbeiten." Schulleiter Kurt Ritter

Lehrer müssen in digitaler Technik geschult werden

Derzeit sei es oft noch abhängig vom Lehrer, wie viel und welche digitale Technik im Unterricht angewendet wird, bestätigen Eltern und Schüler am Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium. Alle Lehrer werde man auch nicht zu Medienprofis machen können, sagt Kurt Ritter, mit Schulungen und einem stimmigen Konzept sei es aber möglich.

"Weil es nicht mehr wegzudenken ist, weil es zum täglichen Umgang gehört, ist eben auch wichtig, dass es gezielt Einzug in der Schule hält und dass wir den Lehrer auch so schulen und fit machen, dass er nicht den Schülern hinterherhinkt." Schulleiter Kurt Ritter