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Der Landesschülersprecher für bayerische Gymnasien, Joshua Grasmüller, fordert mehr Digitalisierung an bayerischen Schulen. Im Interview mit B5 aktuell bemängelt er sowohl die technische Ausstattung als auch die digitalen Kompetenzen der Lehrer.

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Digitalisierung: Bayerische Schulen müssen noch nachsitzen

Der Landesschülersprecher für bayerische Gymnasien, Joshua Grasmüller, fordert mehr Digitalisierung an bayerischen Schulen. Im Interview mit B5 aktuell bemängelt er sowohl die technische Ausstattung als auch die digitalen Kompetenzen der Lehrer.

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Von
  • Jeanne Rubner

Während der Schulschließung aufgrund von Corona hat die Schule in Bayern die digitalen Herausforderungen nach anfänglichen Schwierigkeiten zunehmend besser gemeistert, sagt der Schülersprecher der bayerischen Gymnasien Joshua Grasmüller im "Interview der Woche" auf B5 aktuell.

Der Anfang des Lockdowns allerdings habe gezeigt, dass die bayerischen Schulen viel digitalen Nachholbedarf haben. Das Schulportal Mebis etwa sei zu Beginn völlig überlastet gewesen. Grasmüller versteht nicht, warum die Staatsregierung das Portal überhaupt an den Start habe gehen lassen, wenn es nicht für "Massenzugriffe geeignet" war, wie man die Überlastung entschuldigend erklärte.

Mehr Fortbildungen zur Digitalisierung für Lehrer

Die Lehrer sind laut Joshua Grasmüller unterschiedlich mit den digitalen Herausforderungen umgegangen. Manche hätten nur Arbeitsblätter gemailt, andere waren in der Begleitung viel intensiver für ihre Schüler da, zum Beispiel mit zahlreichen Videokonferenzen.

Für das kommende Jahr fordert der Schülersprecher, dass Lehrer mehr Fortbildungen zur Digitalisierung angeboten bekommen und auch nutzen. Da seien nachhaltige Konzepte gefordert, wie digitale Medien sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können.

Nachbesserung bei digitaler Hardware und Internetverbindungen

Gleichzeitig müsse die digitale Infrastruktur ausgebaut werden – mit der Maßgabe, sie dann auch zu nutzen. Natürlich sei dann auch WLAN-Zugang für alle Klassenzimmer notwendig. Die schnellen Glasfaserleitungen sind laut Grasmüller oft nur bis zum Schultor verlegt, innerhalb des Schulhauses gebe es dann aber noch die alten Kupferleitungen. So bekomme man kein schnelles Internet.

Schulsystem an moderne Herausforderungen anpassen

Die Corona-Krise hat laut Grasmüller gezeigt, dass in Bayern ein Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert Inhalte von heute vermittelt. Deshalb fordert er, Lehrpläne umzugestalten und die Schüler mehr in die Gestaltung des Unterrichtes einzubinden, anstatt ihnen das Wissen nur im Frontalunterricht zu vermitteln. Dieses Konzept sei seit Jahren überholt.

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