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Digitalgipfel: Umweltschutz geht auch mit Hightech | BR24

© picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images

Symbolbild Green Tech: Virtueller Bildschirm im Freien

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    Digitalgipfel: Umweltschutz geht auch mit Hightech

    Ministerin Gerlach hat zum virtuellen Digitalgipfel geladen. Die zentrale Frage: Wie kann Bayern dank Hightech ökologischer werden? Geladen sind etwa Astronauten-Kandidatin Insa Thiele-Eich, Schimpansenforscherin Jane Goodall und Green-Tech-Gründer.

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    Umweltschutz und IT, das sind keine Gegensätze. Das beweisen zahlreiche grüne Start-ups. Welches Potential in ihnen steckt, dürfen einige auf dem Digitalgipfel des bayerischen Digitalministeriums zeigen. "Delicious Data" ist ein Start-up das vorgestellt wird.

    17 Prozent der Lebensmittel landen im Müll

    Die alles entscheidende Idee kam Valentin Belser mit leerem Magen: Vor dreieinhalb Jahren war das, als der Student der Luft- und Raumfahrttechnik es erst spät am Mittag in die Kantine der Uni Stuttgart schaffte. Belser hatte Sorge, dass sein Lieblingsgericht Linsen mit Spätzle aus sein könnte, doch obwohl die Mensa bald schloss, gab es noch viele Portionen, erzählt der 29-Jährige.

    "Dort bin ich auf das Problem der Überproduktion aufmerksam geworden." Er habe gemerkt, dass die Planung sehr schwierig sei. Und begann, tiefer zu recherchieren. Er fand heraus, dass in Großküchen viele Lebensmittel weggeschmissen werden. Laut einer Studie des Bundesernährungsministeriums landen 17 Prozent der Lebensmittel von Großverbrauchern wie Gaststätten oder Kantinen im Müll.

    Vorhersagen mit KI für Kantinen

    Um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen, gründete Valentin Belser zusammen mit Jakob Breuniger als Start-up "Delicious Data". Das ist jetzt drei Jahre her. Breuniger, der Robotik und Maschinelles Lernen studierte, entwickelte eine Software, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Verkäufe von Kantinen vorhersagen kann, erklärt Valentin Belser.

    "Wir nutzen Daten aus der Warenwirtschaft der Kantinen, verknüpfen das mit Daten wie dem Wetterbericht und können treffsichere Prognosen machen für die nächsten sechs Wochen."

    Mit Green Tech Lebensmittelverschwendung vermeiden

    Mit zuverlässigen Vorhersagen sollen das Wegwerfen von Lebensmittel verhindert und Kosten gespart werden. Das Start-up "Delicious Data" will nachhaltige, ressourcen- und umweltschonende Lösungen anbieten – damit gehört es in den Bereich Green Tech. Also Unternehmen, die eine Verbindung von Wirtschaft und Umwelt herstellen.

    Green Tech Schwerpunkt beim Digitalgipfel

    Beim bayerischen Digitalgipfel stehen diese Themen im Mittelpunkt. Denn die Digitalisierung böte viele Chancen für mehr Umwelt- und Klimaschutz, so Digitalministerin Judith Gerlach: "Egal, ob es um den Erhalt der Artenvielfalt geht, oder saubere Gewässer, vorsorgender Bodenschutz – wir müssen den digitalen Wandel dafür noch viel stärker einsetzen."

    Ausbildung von jungen Menschen stärken

    Unter anderem mit den beiden Experten von "Delicious Data", Astronauten-Kandidatin Insa Thiele-Eich und Schimpansenforscherin Jane Goodall will Ministerin Gerlach Ideen entwickeln und vorantreiben, wie Bayern dank Hightech ökologischer werden kann.

    Green Tech als Schlüsseltechnologie – das unterstützt auch der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP im bayerischen Landtag.

    FDP: Klimaschutz braucht Green Tech

    Gerade, wenn Bayern bis 2050 klimaneutral sein will, brauche es mehr Anstrengungen in diesem Bereich, sagt Heubisch: "Das wichtigste ist die umfassende Ausbildung." Er fordert, Green Tech auch stärker in Studiengängen wie BWL und den Sozialwissenschaften zu verankern.

    Auch für die beiden "Delicious Data"-Gründer ist die Ausbildung der Knackpunkt: "Wie alle Unternehmen in München haben wir das Problem, dass wir keine Softwareentwickler finden." Das Green Tech Start-up setzt daher auf zwei Entwickler, die in Polen sitzen und von dort aus arbeiten.

    Mit der Infrastruktur, mit der finanziellen Unterstützung sind "Delicious Data" ganz zufrieden. Aber klar, mehr geht immer, sagen die beiden Gründer. Und das gelte auch für die Gesellschaft: noch mehr Sensibilisierung für Lebensmittelverschwendung, dafür wollen Jakob Breuninger und Valentin Belser kämpfen.

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