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Digitaler Kraftakt: Uni Würzburg startet ins Sommersemester | BR24

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Studium digital

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    Digitaler Kraftakt: Uni Würzburg startet ins Sommersemester

    So etwas gab es noch nie in der 618-jährigen Geschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Die rund 26.500 Studierenden starten in ein Semester, das völlig ohne Präsenzveranstaltungen beginnt.

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    Digitale Lehr- und Lernangebote, Vorlesungen im Internet, Videokonferenzen, E-Scouts und digitale Literaturangebote: Die Uni Würzburg startet wegen der Corona-Krise in ein ganz besonderes Semester. In sämtlichen Fächern startet das Semester ausschließlich mit Vorlesungen, Übungen und Seminaren in digitalen Lehr- und Lernformaten. Rund 90 Prozent der geplanten Veranstaltungen werden in digitaler Form angeboten. Dabei wurden die ursprüngliche Stundenpläne eingehalten, um Überschneidungen zwischen den Lehrveranstaltungen zu vermeiden. Nach Auskunft der Uni seien "alle Beteiligten in Studium, Lehre und Verwaltung bestrebt, den Studienalltag bestmöglich zu gestalten."

    "Ich bin optimistisch, dass alle zusammen, Lehrende wie Studierende, in dieser Zeit viel lernen und am Ende besser für die Zukunft gerüstet sein werden." Uni-Präsident Alfred Forchel zum besonderen Semesterstart

    Rechenzentrum aufgerüstet

    In den vergangenen Wochen wurde in der Würzburger Uni mit Hochdruck daran gearbeitet, die Voraussetzungen für das digitale Semester zu verbessern. Großen Anteil daran hatte das Rechenzentrum der Uni. Hier arbeiteten die Experten zum einen daran, die technische Infrastruktur für die Online-Lehre in kürzester Zeit aufzurüsten, beispielsweise durch mehr Netzkapazität, mehr Software-Lizenzen oder Online-Plattformen für den Austausch von Materialien. Außerdem werden Online-Kurse etwa für das Abhalten von Videokonferenzen oder das Erstellen von Lernvideos angeboten.

    E-Scouts helfen "Digital-Muffeln"

    Auch die Möglichkeiten, Vorlesungen im Internet zu streamen wurden verbessert, hier werden die Ressourcen aber nicht für alle Lehrveranstaltungen ausreichen. In einigen Fakultäten werden eigens Mitarbeiter als "E-Scouts" abgestellt. Diese sollten "Digital-Muffeln unter den Studierenden zur Seite stehen", so Sarah König vom Lehrstuhl für Medizindidaktik. König bezeichnete das anstehende Digitalsemester bei einem Infotermin von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) Anfang April als "ein gewaltiges Realexperiment in didaktischer Transformation."

    Nicht alles ist machbar

    Uni-Präsident Forchel machte bei diesem Termin klar, dass das Sommersemester 2020 "kein Perfektionssemester" sei, sondern eines, das "den Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden" durch digitale Lehr- und Lernformate so gestalten solle, "dass es in hohem Grade studierbar" sei. Das Semester verlange allen ein hohes Maß an Flexibilität ab, so Forchel, man werde auch an Schwierigkeiten und Grenzen stoßen.

    Neue Lehr- und Lernangebote

    Zu den digitalen Lehr- und Lernangeboten gehören sogenannte synchrone Formate wie interaktive Videokonferenzen und auch asynchrone Lehrangebote. Asynchron heißt, dass den Studierenden über WueCampus, der Lehr- und Lernplattform der Uni, Materialien online zur Verfügung gestellt werden können. Diese Materialien wie etwa mit Tonspuren versehene Präsentationsunterlagen sollen jederzeit abrufbar sein.

    Digitale Uni-Bibliothek

    Auch die Würzburger Unibibliothek hat die Verfügbarkeit von Literatur in digitaler Form stark ausgebaut. Für die Ausleihe wurde ein Postversand eingerichtet. Demnächst soll die Bibliothek außerdem eine kontaktfreie Ausleihe installieren, die den geltenden Gesundheitsschutzmaßnahmen entspricht. Für Praktika und Prüfungen werden laut Uni derzeit Konzepte erarbeitet, die "zum gegebenen Zeitpunkt eine Durchführung dieser Präsenzveranstaltungen unter Einhaltung der Gesundheitsrichtlinien" erlauben. Diese Konzepte würden mit dem Wissenschaftsministerium und dem Gesundheitsministerium abgestimmt. Für die Prüfungen in Präsenzform plant die Würzburger Uni eine Ankündigungsfrist von zwei Wochen.

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