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Der Landkreis Ebersberg ist Vorreiter beim digitalen Impfpass

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    Digitaler Impfpass: Landkreis Ebersberg als Vorreiter

    Wer das Ebersberger Impfzentrum verlässt, bei der oder dem zirkuliert nicht nur frischer Impfstoff im Körper. Wer will, hat auch eine neue App auf dem Handy: den digitalen Impfpass. Ebersberg ist damit Vorreiter. Wird ganz Bayern bald folgen?

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    Von
    • Arno Trümper

    Anfang des Jahres war Altötting der erste Landkreis, der einen digitalen Impfpass eingeführt hat. Ein Pilotversuch. Auf Basis dieser Technologie des US-Konzerns IBM soll jetzt ein bundesweiter, drei Millionen Euro teurer Impfpass entwickelt werden. Allerdings: Bis der digitale Impfnachweis in allen bayerischen bzw. deutschen Landkreisen eingesetzt werden kann, sind noch einige Wochen Entwicklungsarbeit nötig.

    Bayerische Impfpässe sind analog

    Bis heute ist in Bayern der kleine Aufkleber im gelben Impfheft Standard – völlig analog und wenig fälschungssicher. Die bundesweite Lösung soll der CovPass sein. Der wird gerade unter Leitung des amerikanischen Tech-Riesen IBM entwickelt, in Zusammenarbeit mit dem Kölner Start-up ubirch. Die Fertigstellung soll in einigen Wochen sein, heißt es, genaues Datum unbekannt.

    Das Warten ist teuer

    Bis dahin warten Geimpfte und Wirtschaft und behelfen sich mit analogen Zwischenlösungen. Das ist kompliziert, langsam und teuer, findet Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA): "Es ist halt einfach für uns eine Hürde, die für uns Gastgeber mindestens einen Mitarbeiter mehr bedeutet, nämlich einer, der vorn steht und mit den Gästen die Kontakte aufnimmt." Inselkammer wünscht sich, dass es möglichst bald eine digitale Lösung gibt.

    Landkreis Ebersberg suchte selbst nach einer Lösung

    Im Landkreis Ebersberg wollte man nicht länger auf die große Lösung aus Amerika warten. Die Verantwortlichen stießen auf das Angebot einer kleinen Firma mit 60 Angestellten aus Magdeburg, die "aLive-Service GmbH". Ihr Produkt sei schon fertig entwickelt und sofort einsatzbereit, versichert Geschäftsführer Martin Behmann.

    Außerdem seien die Kosten extrem günstig, das Produkt anwenderfreundlich und der Datenschutz "Weltklasse", so Behmann: "Keine Adressdaten, kein Geburtsdatum, keine Emailadresse, keine Rufnummer, nichts. Das einzige, was wir abspeichern zum digitalen Impfpass, ist die Personalausweis- oder Reisepassnummer, mehr speichern wir nicht ab."

    Alles andere sei optional. So könne jeder Nutzer auf seinem Handy zum digitalen Impfpass ein Passfoto von sich dazustellen oder seinen Namen darunterschreiben. Diese Daten bliben dann aber auf dem Smartphone und würden nicht in einer Datenbank online abgelegt, versichert Behmann.

    Die Staatsregierung hält sich bedeckt

    Gesundheitsminister Holetschek wird heute das Ebersberger Impfzentrum besuchen und sich bei der Gelegenheit auch den digitalen Impfpass ansehen. Ob das bedeutet, dass Bayern beim digitalen Impfpass vorangehen und den Ebersberger Sonderweg auf ganz Bayern ausdehnen könnte, dazu wollte sich im Ministerium bisher niemand äußern.

    Der IBM-Konkurrent ist zwar klein, aber nicht kleinlaut

    aLive-Service-Geschäftsführer Martin Behmann betont, dass sein Impfpass auch parallel zum bundesweiten CovPass denkbar wäre. Die Schnittstellen seien alle kompatibel und sein Produkt auch sonst gleichwertig. An Selbstvertrauen mangelt es dem Unternehmer jedenfalls nicht.

    "Nicht die Großen schlagen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen – und wir sind ein schnelles Unternehmen." Martin Behmann

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