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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Ulrich Perrey

Ab September dürften Kinder mit leichtem Schnupfen wieder in Kitas – Niesen ja, ein bisschen Husten auch, aber kein Fieber, so könnte man das Konzept zusammenfassen, das Familienministerin Trautner heute vorgestellt hat.

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Diese Corona-Regeln gelten ab September in Bayerns Kitas

Erleichterung für Eltern: Ab September dürfen Kinder mit leichtem Schnupfen wieder in Kitas - Niesen ja, ein bisschen Husten auch, aber kein Fieber, so könnte man das Corona-Konzept zusammenfassen, das die Familienministerin nun vorgestellt hat.

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Von
  • Tobias Bönte
  • Peter Solfrank

Die wohl wichtigste Neuregelung, die ab September für bayerische Kitas gilt: Kinder mit leichtem Schnupfen und gelegentlichem Husten dürfen ihre Kita besuchen. Wer aber Fieber hat, muss zuhause bleiben. Bislang mussten Kinder schon mit leichten Krankheitsanzeichen zuhause bleiben. Für Kinder bis sechs Jahre gilt außerdem: Sie müssen keine Maske tragen.

Kita-Schließungen sollen vermieden werden

Grundlage für die Neureglung ist ein Drei-Stufen-Plan, der sich an dem in Bayern geltenden Corona-Warnsystem orientiert, wie die bayerische Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Freitag mitteilte. Damit will die Ministerin vermeiden, dass Kitas geschlossen werden müssen. Wenn doch, dann soll es allenfalls zu örtlichen Schließungen kommen.

"Eine lokale Schließung von Einrichtungen kommt nur als letzte Möglichkeit in Betracht. Wir wissen, wie wichtig die Betreuung für erwerbstätige Eltern ist." Carolina Trautner (CSU), bayerische Familienministerin

Kita-Besuch: Entscheidungen fallen vor Ort

Demnach gibt es je nach Infektionszahlen in einem Landkreis oder in einer Stadt unterschiedliche Maßnahmen. Die Entscheidung darüber, was zu tun ist, liegt bei den Gesundheitsämtern vor Ort.

Stufe eins in dem Drei-Stufen-Plan gilt bei weniger als 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, Stufe zwei bei bis zu 50 Neuinfektionen. In den ersten beiden Stufen dürfen Kinder ihre Kita auch dann besuchen, wenn sie eine leichte Erkältung haben.

Die höchste, die rote Stufe, tritt in Kraft, wenn innerhalb der letzten sieben Tage in einem Landkreis mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. In dieser Stufe müssen Kinder, die husten oder niesen einen negativen Corona-Test vorlegen, damit sie in die Kita gehen dürfen. Erzieherinnen und Erzieher sind dann verpflichtet, eine Maske zu tragen.

SPD: "Kinder haben ein Recht auf Bildung"

Die Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hat ergeben, dass in Bayern zwischen Mitte März und Juli nur 68 Kitas wegen einer Covid-19-Infektion geschlossen wurden. 330.000 Kinder hätten bis Ende Juni eine Notbetreuung besucht, nur 21 von ihnen seien positiv getestet worden, so die familienpolitische Sprecherin der bayerischen SPD, Doris Rauscher.

Ihr Fazit: "Kleinkinder sind keine Virenschleudern." Und weiter: "Kinder haben ein Recht auf Bildung - auch in der Krise." Deshalb dürften Schulen und Kitas nur noch in äußersten Ausnahmesituationen geschlossen werden. Auch sei eine Schnupfennase kein Grund, ein Kind heimzuschicken.

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