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Spurensuche nach dem Raub des Keltengolds in Manching: Polizeitaucher findet Elektromessgerät in einem Weiher.

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Diebstahl von Keltengold: Polizeitaucher suchen neue Spuren

Nach dem Diebstahl des Keltenschatzes aus dem Manchinger Museum haben Taucher die nahen Gewässer abgesucht. Ob die dabei gefundene Brechstange einen Hinweis auf die Täter gibt, ist unklar. Am 13. Dezember öffnet das Museum wieder einen Teilbereich.

Sechs Polizeitaucher haben jetzt den Fluss Paar und drei Weiher in der Nähe des Kelten-Römer-Museums von Manching abgesucht. Laut einem Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) geht es dabei insbesondere um Gegenstände, die die Einbrecher vielleicht kurz nach ihrer Tat im Wasser verschwinden lassen wollten. Und siehe da: Unter den gefundenen Gegenständen in einem Weiher waren eine Brechstange und ein Elektromessgerät. Ob sie mit der Tat in Zusammenhang stehen, wird nun genauer untersucht.

Noch keine heiße Spur

Neben den kalten Temperaturen kam für die Taucher erschwerend hinzu, dass sie im trüben Wasser nur maximal einen Meter weit sehen konnten. Die Spurensuche unter Wasser sei der letzte Schritt, nachdem man bereits Felder, Wiesen und Wege abgesucht habe, teilte das LKA mit. Neue Erkenntnisse gibt es bislang nicht, die Ermittler werten noch immer die bereits gesicherten Spuren und Zeugenaussagen aus.

Kelten-Römer-Museum öffnet wieder – teilweise

Derweil plant das Kelten-Römer-Museum die "teilweise Wiedereröffnung". Konkret bedeutet das: Ab 13. Dezember können Besucher eine Sonderschau besichtigen: Mit der Erlebnisausstellung "Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen" soll das römische Militär erneut zum Leben erweckt werden. Die vom Diebstahl betroffene Dauerausstellung hingegen bleibt nach dem Einbruch vom 22. November vorerst geschlossen.

Museum wehrt sich gegen LKA-Vorwurf bei Videoüberwachung

Der Zweckverband, der das Museum in der oberbayerischen Marktgemeinde betreibt, wehrt sich unterdessen gegen Kritik an der in die Jahre gekommenen Videoüberwachung. Das Sicherheitskonzept sei zuletzt im Jahr 2020 vom LKA geprüft worden, teilte der Zweckverband mit. Ein LKA-Sprecher hatte zuvor gesagt, die Ermittlungsarbeit werde durch die veraltete Kameratechnik verzögert.

Zwar habe das Video-System keine hochauflösende Bild-Technologie, so der Zweckverband, es seien aber immer wieder einzelne technische Komponenten ausgetauscht worden, um Fehler zu beheben - zuletzt im März 2022. Überdies seien Vorplanungen für umfangreiche Maßnahmen zur technischen Verbesserung des Museums im Gange.

Keltengold hat Millionenwert

In der Nacht zum 22. November waren Unbekannte in das 2006 eröffnete Museum im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm eingebrochen und hatten den rund 2.000 Jahre alten Goldschatz gestohlen. Er bestand aus fast 500 keltischen Goldmünzen, deren Handelswert in die Millionen geht. Dazu hatten die Täter eine Vitrine mit Panzerglas aufgebrochen. Die Münzen waren 1999 bei archäologischen Grabungen in Manching entdeckt worden. Es handelt sich laut Museum um den "größten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts".

Mit Material von dpa

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