Zaun mit Stacheldraht und Wachturm an einer Kontrollstraße auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau.
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Archivbild: Zaun mit Stacheldraht und Wachturm an einer Kontrollstraße auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau

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Diebstahl in KZ-Gedenkstätte Dachau – Staatsschutz ermittelt

Erst in Flossenbürg, jetzt auch in Dachau: Erneut haben Unbekannte Gegenstände aus einer bayerischen KZ-Gedenkstätte gestohlen. Besonders pietätlos: Entwendet wurden sie in Dachau aus der früheren Gaskammer.

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In der KZ-Gedenkstätte im oberbayerischen Dachau sind eine Duschkopfattrappe und ein Türriegel gestohlen worden. Die Gegenstände wurden von Unbekannten aus der einstigen Gaskammer entwendet, wie die Polizei am heutigen Mittwoch in Ingolstadt mitteilte. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Diebstahl in Baracke X

Der Diebstahl ereignete sich laut Polizei in der sogenannten Baracke X. Darin befanden sich ein Krematorium, Desinfektionskammern für Kleidung, Aufenthalts- und Sanitärräume sowie Totenkammern und die als sogenanntes Brausebad getarnte Gaskammer.

Mindestens 41.500 Tote, über 200.000 Gefangene

Das Konzentrationslager Dachau war 1933 vom NS-Regime eröffnet worden und bestand zwölf Jahre. Mehr als 200.000 Gefangene aus über 40 Nationen waren dort und in Außenlagern inhaftiert. Mindestens 41.500 Menschen starben. Seit 1965 besteht die Gedenkstätte.

Diebstahl auch in KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Zuletzt hatten Unbekannte aus der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab mehrere historische Gegenstände gestohlen. Laut Polizei schraubten sie im ehemaligen Sektionsraum des Krematoriums eine Messing-Gedenktafel, einen Metalldeckel des Kamins und eine Metallhalterung eines ehemaligen Waschbeckens ab. Der Diebstahl muss zwischen vergangenem Freitag und Montagmorgen stattgefunden haben.

Schändung des Andenkens Verstorbener

In beiden Fällen laufen jetzt die Ermittlungen. Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, sprach von einem skrupellosen sowie pietätlosen Diebstahl. Erschütternd sei, dass die Tat im ehemaligen Krematorium stattgefunden habe. Dieses sei ein "reales und stellvertretendes Grabmal". Deshalb sei der Diebstahl auch eine Schändung des Andenkens Verstorbener und eine Störung der Totenruhe, betonte Skriebeleit.

Video: Erneut Diebstahl in KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
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KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Mit Informationen von AFP

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