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Diebe stehlen tausend Jahre alte Reliquien in Regensburg | BR24

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Aus der Regensburger Wolfgangskirche sind Reliquien gestohlen worden. Die sterblichen Überreste des Bistumspatrons Wolfgang sind über tausend Jahre alt. Die Gemeinde beklagt einen unermesslichen ideellen Schaden.

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Diebe stehlen tausend Jahre alte Reliquien in Regensburg

Aus der Regensburger Wolfgangskirche sind Reliquien gestohlen worden. Die sterblichen Überreste des Bistumspatrons Wolfgang sind über tausend Jahre alt. Die Gemeinde beklagt einen unermesslichen ideellen Schaden.

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© BR/ Ilanit Spinner

Unbekannte haben in Regensburg über tausend Jahre alte sterbliche Überreste des heiligen Wolfgang gestohlen, eines bedeutenden mittelalterlichen Kirchenfürsten. "Der ideele Schaden ist unermesslich", sagt die Kirchengemeinde.

Unbekannte haben in Regensburg über tausend Jahre alte sterbliche Überreste des heiligen Wolfgang gestohlen, eines bedeutenden mittelalterlichen Kirchenfürsten. Die Täter brachen dazu eine stählerne Einfassung in der nach Wolfgang benannten Kirche in Regensburg auf, wie die Polizei mitteilte. Die Reliquien seien "mit äußerster Gewalt aus dem Panzerglas und der Stahlumfassung herausgebrochen" worden, berichtete die Gemeinde auf ihrer Website. "Der ideelle Schaden ist unermesslich. Und das fünf Tage vor dem Wolfgangsfest" - Tag des Heiligen Wolfgang ist der kommende Samstag.

© Polizei

Diese Kapsel mit der Wolfgangs-Reliquie ist aus der Kirche im Regensburger Süden gestohlen worden.

Patron des Bistums Regensburg

Der im Jahr 994 gestorbene Wolfgang war einer der ersten Bischöfe von Regensburg und ist heute Patron des Bistums, heilig gesprochen wurde er 1052. Bekannt war er unter anderem als Erzieher des späteren Kaisers Heinrich II. (973-1024).

Wie bei mittelalterlichen Reliquien üblich, wurden Teile des Leichnams an verschiedenen Stellen beigesetzt. So gibt es heute in Regensburg zwei Wolfgangsgräber: Der größere Teil der Reliquien wird in der Emmerams-Basilika aufbewahrt, der kleinere Teil in der St. Wolfgangs-Kirche, die nun von den Dieben heimgesucht wurde. Weitere Reliquien befinden sich in dem nach dem Bischof benannten Ort St. Wolfgang am Wolfgangsee im österreichischen Salzkammergut und in Portugal.

Kripo ermittelt

Die Kripo Regensburg nahm Ermittlungen wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls auf, auch wenn der materielle Schaden vergleichsweise gering ist. Die Ermittler baten dringend um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. "Jeder noch so kleine Hinweis kann für die Ermittlungen von Bedeutung sein", schrieben die Beamten.

Bischof von Regensburg

Der heilige Wolfgang ist der Patron des Bistums Regensburg. Er wurde um 924 in Pfullingen bei Reutlingen geboren und in der Klosterschule auf der Reichenau erzogen. Später wirkte er als Lehrer und Leiter der Domschule in Trier. Im Jahre 965 trat Wolfgang als Mönch in die Benediktinerabtei Einsiedeln ein, wo ihn Bischof Ulrich von Augsburg zum Priester weihte. Im Jahr 972 bestieg er den Bischofsstuhl in Regensburg. Er leitete das Bistum mehr als zwei Jahrzehnte. Höhepunkte seines Wirkens waren die Abtrennung des Bistums Prag, die Reform der Klöster und sein soziales Engagement. Wolfgang starb am 31. Oktober 994 in Pupping bei Linz und wurde im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg beigesetzt.

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