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Diebe schlagen in Zoos und Freizeitparks zu | BR24

© dpa-Bildfunk / Karl-Josef Hildenbrand

Freizeit-Land Geiselwind

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    Diebe schlagen in Zoos und Freizeitparks zu

    Sommerzeit ist Hochsaison für Freizeitparks und Zoos. Auch hier greifen Langfinger zu und lassen so allerhand mitgehen. Jüngst machte eine Meldung über geklaute Flamingos in Geiselwind Schlagzeilen. Doch das ist längst nicht alles.

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    Besteck, Deko, Vögel: Diebe machen in bayerischen Zoos und Freizeitparks immer wieder Beute. "Scheinbar sinkt die Hemmschwelle der Besucher von Jahr zu Jahr", so Matthias Mölter, Inhaber des Freizeit-Lands Geiselwind (Landkreis Kitzingen). Ihm sind jüngst fünf ausgewachsene Flamingos abhanden gekommen, die Polizei ermittelt wegen Diebstahls. Doch das ist längst noch nicht alles - und auch steht der Park nicht alleine da mit dem Problem, wie eine Umfrage der dpa ergab.

    Diebstahl auch im "Horror-Lazarett"

    Allein Mölters Liste der geklauten Gegenstände ist lang: fast 400 Kaffeelöffel, 200 Kaffeetassen, 200 Bier-Tonkrüge pro Jahr sowie Tischdeko. "Im Horror-Lazarett werden regelmäßig Köpfe und Hände der dort montierten Puppen entwendet", berichtete der Parkchef. Sogar eine 100 Kilogramm schwere Adler-Statue habe schon zum Diebesgut gezählt. Der finanzielle Schaden gehe in die Tausende. Und auch die Flamingos sind nicht die einzige gefiederte Beute im Freizeit-Land: "In den vergangenen Jahren wurden aus unserer Schaubrüterei Baby-Wachteln entwendet", so Mölter. Die steigende Zahl der Besucher wirke sich entsprechend auf die der verzeichneten Diebstähle aus.

    Pfandsysteme hilfreich, aber umständlich

    Maßnahmen gegen die Diebe sind nach Einschätzung der Befragten oft kaum möglich. Im Nürnberger Tiergarten führe ein Pfandsystem dazu, dass etwa Besteck in der Regel abgegeben werde, sagte der Sprecher. Davon ist man im Erlebnispark Schloss Thurn wieder abgekommen: Anfangs seien die Limo-Gläser bepfandet gewesen, das habe sich aber als zu kompliziert herausgestellt, erklärte von Bentzel. "Als wir das Pfand abgeschafft haben, waren die Gläser sofort weg." Doch bei einem Schaden von 500 bis 800 Euro lohne sich der Aufwand nicht.

    Einbau von Alarmanlagen

    Im Tiergarten Straubing wurde vergangenes Jahr eingebrochen. Dabei machten die Täter laut Direktor Wolfgang Peter zwar nur rund 300 Euro Beute, hinterließen aber Sachschäden von etwa 20 000 Euro. "Die Konsequenz unsererseits: Einbau von Alarmanlagen mit unmittelbarer Meldungsweiterleitung an die Polizei." Im Freizeit-Land Geiselwind wurden etwa Plastikdublonen eines Goldschatzes diebstahlsicher befestigt und in der Gastronomie echte durch Kunstblumen ersetzt.

    Auch wenn das alles nach viel Kriminalität klingen mag: Die meisten Parks betonten allerdings, dass die Probleme mit Diebstählen sehr gering oder überhaupt kein Thema seien - so etwa der Freizeitpark Ruhpolding (Landkreis Traunstein). Aus dem Legoland in Günzburg hieß es wiederum recht vielsagend, man habe sich entschlossen, "das Thema Diebstahl im Park nicht an die große Glocke zu hängen".

    Flamingos bleiben verschwunden

    Übrigens: Bei der Fahndung nach den fünf fränkischen Flamingos hat Freizeit-Land-Chef Mölter offenbar die Hoffnung aufgegeben, dass sie wieder auftauchen könnten: "Wir sind aktuell auf der Suche nach neuen Flamingos, zur Vervollständigung unserer Kolonie", sagte er. "Deshalb sind wir in Kontakt mit diversen Zoos und Tierparks.»"