Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

"Die Trabis kommen" ins Deutsch-Deutsche Museum | BR24

© BR/ Annerose Zuber

Die Veranstalter präsentieren das vielfältige Programm zu den Feierlichkeiten zum Grenzöffnung-Jubiläum im Deutsch-Deutschen Museum.

Per Mail sharen
Teilen

    "Die Trabis kommen" ins Deutsch-Deutsche Museum

    Ein Trabi-Konvoi, eine "Licht-Mauer" und grenzüberschreitende Schülerprojekte: Das Programm für die Feierlichkeiten im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth (Lkr. Hof) zum Grenzöffnungs-Jubiläum wurde am Freitag im Deutsch-Deutschen Museum vorgestellt.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum Grenzöffnung-Jubiläum präsentiert das Deutsch-Deutsche Museum am 23. September eine Ausstellung über die Prager Botschaftsflüchtlinge – und zwar am Original-Schauplatz am Hofer Hauptbahnhof, wo am 1. Oktober 89 die ersten Züge mit den DDR-Flüchtlingen angekommen waren. Teile dieser Mödlareuther Ausstellung sind auch in der Deutschen Botschaft in Prag zu sehen.

    Konvoi aus DDR-Oldtimer-Fahrzeugen

    Am 4. November wird mit einer Licht-Installation an die 700 Meter lange Betonmauer erinnert, die jahrzehntelang die Menschen in dem 80-Einwohner-Dorf voneinander trennte. Und die große Gedenkveranstaltung am 9. November steht in Mödlareuth unter dem Motto "Die Trabis kommen" – für diesen Konvoi können sich noch Fahrer mit ihren zwei- und vierrädrigen DDR-Oldtimer-Fahrzeugen im Museum anmelden, so Museumsleiter Robert Lebegern. Um 16 Uhr wird Innenminister Herrmann mit Zeitzeugen symbolisch mit der Öffnung eines Grenztores den Weg von Ost nach West freimachen.

    Grenzüberschreitende Schülerprojekte

    Der tatsächliche Grenzöffnungs-Tag in dem kleinen Grenz-Dorf war der 9. Dezember 1989 – und so erinnern die Mödlareuther aus Ost und West an diesem Tag wieder mit einer Sternwanderung, einer Dankandacht und Zeitzeugen-Gesprächen an das historische Ereignis. Insgesamt wurden in den Wochen nach dem Mauerfall in Berlin im Landkreis Hof zehn Grenzübergänge wieder geöffnet bzw. neu eingerichtet – dies beleuchtet ab 5. November ein gemeinsames Schülerprojekt von verschiedenen Schulen aus Hof, Plauen und Lobenstein im Museum.

    "Eine Wende von Demokratie zu Diktatur kann niemand wollen"

    Bei der Vorstellung des Programms betonte Landrat Rolf Keil (CDU) vom sächsischen Vogtland, der zusammen mit dem Landkreis Hof und dem thüringischen Saale-Orla-Kreis das Museum in Mödlareuth betreibt, dass 30 Jahre nach der Grenzöffnung noch stärker die Diktatur der DDR aufgearbeitet werden müsse. "Im Wahlkampf ist jetzt immer wieder von der Wende 2.0 geredet worden. Was soll das - wir hatten eine Wende von der Diktatur zur Demokratie und das war gut. Eine Wende 2 würde ja heißen, von der Demokratie zur Diktatur, und das kann niemand wollen." Man habe zwar die Stasi-Problematik aufgearbeitet, aber bei der Frage nach den Ursprüngen und Folgen der SED-Diktatur gebe es noch Nachhol-Bedarf, so Keil im BR-Gespräch.